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Unser Platz in der Gesamtheit des Lebens

12/04/2014

Die Ethik der vorherrschenden Gesellschaft ist eine utilitaristische und anthropozentrische. Das heißt, diese Ethik verfällt der Illusion, dass die Lebewesen der Natur nur in dem Maße ein Lebensrecht besitzen, in dem sie den Menschen nützlich sind und der Mensch nach Gutdünken mit ihnen verfahren kann. Die Menschen erachten sich selbst als die Krone der Schöpfung.

Die jüdisch-christliche Tradition bestärkte diese Vorstellung durch den Aufruf: „Unterwerft euch die Erde und herrscht über alles, was auf ihr lebt“ (Gen 1,28).

Nun wissen wir, dass wir Menschen zu den letzten Lebewesen zählen, die auf die Bühne der Schöpfung traten. Als diese zu 99,98 % abgeschlossen war, tauchten wir auf. Das Universum, die Erde und die Ökosysteme bedurften unserer nicht, um sich selbst zu organisieren und ihre majestätische Komplexität und Schönheit zu arrangieren.

Jedes Wesen besitzt einen intrinsischen Wert, unabhängig von dem Nutzen, den wir aus ihm ziehen. Jedes Wesen ist eine Manifestation dieser allem zugrunde liegenden Energie, wie die Kosmologen es nennen, bzw. dieses alle Wesen hervorbringenden Abgrunds. Jedes Wesen, selbst das am wenigsten angepasste, kann etwas zum Vorschein bringen, wozu nur es selbst in der Lage ist, und anschließend verschwindet es möglicherweise für immer aufgrund natürlicher Selektion. Doch für uns ist es wichtig, auf die Botschaft zu hören, die dieses Wesen uns vermittelt, und sie zu zelebrieren.

Am schwerwiegendsten jedoch ist die Vorstellung, die sich die Moderne und viele Mitglieder der zeitgenössischen Wissenschaftsgemeinde vom Planeten Erde und der Natur machen. Sie erachten sie als simple „res extensa“, als etwas Messbares, Manipulierbares und, gemäß Francis Bacons rüder Ausdrucksweise, als etwas, das man „so lange foltert, wie der Inquisitor es mit seinen Opfern zu tun pflegt, bis er alle Geheimnisse aus ihnen herausgequält hat“. Die vorherrschende wissenschaftliche Methode hält noch immer an dieser aggressiven und perversen Logik fest.

René Descartes legt in seiner Abhandlung über die Methode einen ziemlichen Reduktionismus über das Verständnis an den Tag: „Ich verstehe unter ‘Natur’ weder eine Gottheit noch irgendeine andere Art von imaginärer Energie; stattdessen benutze ich dieses Wort, um Materie zu beschreiben.“ Für Descartes ist unser Planet etwas Regloses, Zweckloses, als wären die Menschen nicht Teil dieser Natur.

Fakt ist, dass wir in den Evolutionsprozess einstiegen, als er bereits ein sehr hohes Maß an Komplexität erreicht hatte. Dann erstand menschliches Leben, bewusst und frei, als ein Unterkapitel des Lebens. Durch uns erst wurde sich das Universum seiner selbst bewusst. Und dies geschah in dem winzigen Teil des Universums, das die Erde darstellt. Aus diesem Grund sind wir der Teil der Erde, der fühlt, liebt, denkt, achtsam und voll Bewunderung ist. Wie der argentinische Liedermacher Atahualpa Yupanqui sagt: „Wir sind die Erde, die läuft.

Unser besonderer Auftrag, unser Platz in der Gesamtheit des Lebens, besteht darin, dass wir diejenigen sind, die die Größe des Universums zu schätzen wissen, die den Botschaften, die jedes Lebewesen zum Ausdruck bringt, lauschen und die die Diversität der Wesen und des Lebens zelebrieren.

Und da wir mit Vernunft und Intelligenz ausgestattet sind, haben wir den moralischen Auftrag, für die Schöpfung zu sorgen und sie zu beschützen, um ihren Fortbestand in Vitalität und Integrität zu gewährleisten, und zwar unter den Bedingungen, die es ihr ermöglichen, sich weiterhin zu entwickeln, wie sie es seit 4,4 Milliarden Jahren tut. Dank sei Gott, dem biblischen Autor, dass er den oben zitierten Text korrigierte und im 2. Kapitel von Genesis sagt: „Gott, der Herr, nahm also den Menschen und setzte ihn in den Garten von Eden (die ursprüngliche Erde), damit er ihn bebaue und hüte.“ (Gen 2,15).

Bedauerlicherweise erfüllen wir unseren Auftrag schlecht, denn, wie der Biologe E. Wilson sagt: „Die Menschheit ist die erste Spezies in der Geschichte des Lebens, die sich als eine geophysikalische Kraft herausgestellt hat; der Mensch, dieses zweibeinige Wesen, ein solcher Hohlkopf, hat bereits die Atmosphäre und das Klima der Erde verändert und sie weit von ihren üblichen Normen entfernt; er hat Tausende von giftigen Chemikalien in der ganzen Welt verbreitet, und nun sind wir dabei, das Trinkwasser zu erschöpfen.“ (Creation: An Appeal to Save Life on Earth, 2007). Besorgt angesichts dieser Situation und der Bedrohung durch eine nukleare Apokalypse fragte sich Norberto Bobbio, der große italienische Rechts- und Demokratie-Philosoph: „Verdient es die Menschheit, gerettet zu werden?“ (Il Foglion. 409, 2014, 3).

Wenn wir nicht als Feinde des Lebens durch die Erde selbst von ihr vertrieben werden wollen, müssen wir unsere Einstellung der Natur gegenüber verändern. Doch vor allem müssen wir die Erde, wie es die UNO im April 2009 tat, als Mutter Erde annehmen und entsprechend für sie sorgen, die Geschichte jedes Wesens, ob lebendig oder starr, anerkennen und respektieren. Sie existierten Millionen von Jahren vor uns und ohne uns. Daher müssen sie ebenso respektiert werden, wie wir die alten Menschen respektieren, denen wir mit Respekt und Liebe entgegen treten. Mehr noch als wir haben sie ein Recht auf die Gegenwart und die Zukunft, gemeinsam mit uns. Ansonsten werden uns weder die Technologie noch die Versprechen von grenzenlosem Fortschritt retten können.

Übersetzt von Bettina Gold-Hartnack

 

Leonardo Boff

11.04.2014

 

 

 

Brasilien am Scheideweg: Verlängerung der Abhängigkeit oder Fertigstellung seiner Neu-Erfindun

12/04/2014
Celso Furtado, einer unserer renommiertesten Experten der Wirtschaftspolitik und aufmerksamer Beobachter des Veränderungsprozesses der Weltwirtschaft kontrastiert zu der Brasiliens, schrieb in seinem Buch „Brasilien: unterbrochene Baustelle“ (Brasil: a construção interrompida. SP, Paz e Terra, 1992): „In einem halben Jahrtausend der Geschichte, beginnend mit der Konstellation von Untaten, einer zerschlagenen indigenen Bevölkerung, Sklaven, die von einem zum anderen Kontinent verschoben wurden, europäischen und asiatischen Abenteurern auf der Suche nach einem besseren Leben, wurden wir zu einem Volk mit außerordentlich vielseitiger Kultur, einem Land ohnegleichen in Bezug auf seine territoriale Weite und seine sprachliche und religiöse Einheitlichkeit. Doch es fehlt uns an Erfahrung an schicksalsweisenden Tests wie andere Völker sie erfuhren, deren Überleben bedroht war. Wir kennen auch nicht wirklich unsere Möglichkeiten und vor allem nicht unsere Schwächen. Doch wir sind uns bewusst, dass die Zeit in der Geschichte sich beschleunigt und dass die Zeit gegen uns läuft. Es ist wichtig zu wissen, ob wir eine Zukunft haben als Nation, die an der Konstruktion des menschlichen Fortschritts teilnimmt, oder ob diejenigen Kräfte die Oberhand behalten, die drohen, unseren historischen Prozess in der Bildung eines Nationalstaats zu unterbrechen.“ (Paz e Terra, Rio 1993, 35)

Wir müssen zugeben, dass die heutige brasilianische Gesellschaft bedeutende Fortschritte unter den Regierungszeiten der Arbeiterpartei PT erlebt hat. Der erreichte Grad an sozialer Inklusion und die Sozialpolitik, von der Millionen von Brasilianern profitieren, die immer an den Rand gedrängt waren, hat eine historische Dimension erreicht, deren Bedeutung wir noch nicht voll ermessen haben, insbesondere im Vergleich zu vorigen historischen Phasen, als die traditionellen Eliten die Hegemonie aufrecht erhielten, denn sie nutzten stets die Staatsgewalt zu ihrem eigenen Nutzen.

Doch diese Vorteile sind unverhältnismäßig in Bezug auf die Größe unseres Landes und unseres Volkes. Die Demonstrationen im Juni 2013 zeigten, dass ein großer Teil des Volkes, vor allem die Jugend, nicht zufrieden ist. Die Demonstranten wollen mehr. Sie wollen eine andere Art von Demokratie, eine partizipatorische Demokratie. Sie wollen eine Republik ohne Schiebung, sondern mit Bürgernähe. Zu Recht verlangen sie Transportmöglichkeiten, die sie nicht so viel Lebenszeit kosten; grundlegende Hygieneverhältnisse; ein Bildungssystem, das ihnen hilft, die Welt besser zu verstehen und die Art der Arbeitsplätze, die sie wählen könnten, zu verbessern. Sie verlangen sanitäre Einrichtung mit einem Minimum an Annehmbarkeit und Qualität. In jeder und jedem wächst die Überzeugung, dass ein unfähiges und unwissendes Volk niemals einen qualitativen Sprung nach vorn machen wird in Richtung einer weniger ungerechten Gesellschaft und damit, wie Paulo Freire es zu nennen pflegte, einer weniger bösen Gesellschaft. Die PT muss auf der Höhe dieser neuen Herausforderungen bleiben, und entweder überarbeitet sie ihre Agenda oder sie muss den Machtverlust hinnehmen.

Wir nähern uns dem, was Celso Furtado als „entscheidende Herausforderungen“ bezeichnete. Möglicherweise sind wir zum ersten Mal in der Geschichte an einem kritischen Moment der „Herausforderungen“ angekommen. So wie ich es sehe, wird die nächste Wahl eine ganz besondere sein. Angesichts der Beschleunigung der Zeitgeschichte, stimuliert durch die systemische Weltkrise, werden wir gezwungen sein, uns zu entscheiden: Entweder ziehen wir einen Vorteil aus den Möglichkeiten, die uns diese tiefe Krise in den führenden Wirtschaftsnationen bietet, bekräftigen unsere Autonomie und sichern unsere Zukunft, in der wir autonom sind, aber in Beziehung mit der ganzen Welt stehen; oder wir verpassen die Gelegenheit und sind für immer einem Schicksal unterworfen, das diejenigen bestimmen, die uns zu bloßen Lieferanten von Naturgütern verdammen, an denen es ihnen mangelt, und auf diese Weise werden sie uns aufs Neue kolonialisieren.

Wir können diese merkwürdige internationale Arbeitsteilung nicht akzeptieren. Wir müssen uns nochmals mit dem Traum einiger unserer besten Analysten beschäftigen, wie z. B. Darcy Ribeiro und Luiz Gonzaga de Souza Lima, die u. a. eine Neu-Erfindung oder Neu-Gründung Brasiliens nach unseren Vorstellungen vorschlagen, die einer unserer Gemeinschaft begründenden Erfahrung entspringt, welche von Celso Furtado so gelobt wird.

Dies ist die dringende Herausforderung an alle sozialen Organisationen: Werden sie zur Neu-Erfindung Brasiliens als souveräne Nation beitragen, die im Rahmen des neuen globalen Bewusstseins und des gemeinsamen Geschicks der Erde und der Menschheit konstruiert wird? Könnten sie zu Geburtshelfern eines neuen Bürgertums – eines Mit-Bürgertums und Erdenbürgertums – werden, das die Bürger und Bürgerinnen mit dem Staat in Beziehung setzt, die Bürger und Bürgerinnen untereinander, die Nationen mit der Welt und das brasilianische Bürgertum mit dem globalen Bürgertum, und so dazu beitragen, die Zukunft der Menschen zu formen? Oder werden sie zu Komplizen derjenigen Kräfte, die sich nicht für die Konstruktion des Brasilien-Projekts interessieren, da sie Brasilien im Globalisierungsprojekt in einer untergeordneten und abhängigen Form einbeziehen wollen und den Vorteilen den reichen Klassen überlassen, die immer von dieser Art von Bündnis profitieren?

Die nächsten Wahlen werden Licht auf diese Alternativen werden. Wir müssen entscheiden, wo wir stehen werden. Die Zeit drängt, denn, wie Celso Furtado uns mit starken Bedenken warnte: „Alles deutet auf die Überlebensunfähigkeit des Landes als Nation hin“ (a.a.O. S. 35). Wir wollen uns dieser ernsten Warnung nicht fatalistisch beugen. Wir dürfen die Niederlage nicht hinnehmen, ohne uns in allen Schlachten engagiert zu haben, wie Don Quixote uns in seiner hoffnungsvollen Poesie lehren würde.

Noch haben wir Zeit, die Veränderungen vorzunehmen, die das Land auf den rechten Weg bringen, insbesondere jetzt, da Brasilien durch die ökologische Krise ein entscheidendes Gewicht im Gleichgewicht für den Planeten Erde erreicht hat. Es ist notwendig, dass wir an unsere Möglichkeiten glauben, selbst in unserer globalen Mission, würde ich sagen.

Übersetzgung von Bettina Gold-Harnack

A paz perene com a natureza e a Mãe Terra

12/04/2014

         Um dos legados mais fecundos de Francisco de Assis e atualizado por Francisco de Roma é a pregação da paz, tão urgente nos dias atuais. A primeira saudação que São Francisco dirigia aos que encontrava era desejar “Paz e Bem” que corresponde ao Shalom bíblico. A paz que ansiava não se restringia às relações inter-pessoais e sociais. Buscava uma paz perene com todos os elementos da natureza, tratando-os com o doce nome de irmãos e irmãs.

Especialmente a “irmã e Mãe Terra”, como dizia, deveria ser abraçada pelo amplexo da paz. Seu primeiro biógrafo Tomás de Celano resume maravilhosamente o sentimento fraterno do mundo que o invadia ao testemunhar:”Enchia-se de inefável gozo todas as vezes que olhava o sol, contemplava a lua e dirigia sua vista para as estrelas e o firmamento. Quando se encontrava com as flores, pregava-lhes como se fossem dotadas e inteligência e as convidava a louvar a Deus. Fazia-o com terníssima e comovedora candura: exortava à gratidão os trigais e os vinhedos, as pedras e as selvas, a plantura dos campos e as correntes dos rios, a beleza das hortas, a terra, o fogo, o ar e o vento”.

Esta atitude de reverência e de enternecimento levava-o a recolher as minhocas dos caminhos para não serem pisadas. No inverno dava mel às abelhas para que não morressem de escasseza e de frio. Pedia aos irmãos que não cortassem as árvores pela raiz, na esperança de que pudessen se regenerar. Até as ervas daninhas deveriam ter um lugar reservado nas hortas, para que pudessem sobreviver, pois “elas também anunciam o formossísmo Pai de todos os seres”.

Só pode viver esta intimidade com todos os seres quem escutou sua ressonância simbólica dentro da alma, unindo a ecologia ambiental com a ecologia profunda; jamais se colocou acima das coisas mas ao pé delas, verdadeiramente como quem convive como irmão e irmã, descobrindo os laços de parentesco que une a todos.

O universo franciscano e ecológico nunca é inerte nem as coisas estão jogadas aí, ao alcance da mão possessora do ser humano ou juxtapostas uma ao lado da outra, sem interconexões entre elas. Tudo compõe uma grandiosa sinfonia cujo maestro é o próprio Criador. Todas são animadas e personalizadas; por intuição descobriu o que sabemos atualmente por via científica (Crick e Dawson, os que decifraram o DNA) que todos os viventes somos parentes, primos, irmãos e irmãs, por possuirmos o mesmo código genético de base. Francisco experimento espiritualmente esta consanguinidade.

Desta atitude nasceu uma imperturbável paz, sem medo e sem ameças, paz de quem se sente sempre em casa com os pais, os irmãos e as irmãs.

São Francisco realizou plenamente a esplêndida definição que a Carta da Terra encontrou para a paz: ”é aquela plenitude criada por relações corretas consigo mesmo, com as outras pessoas, outras culturas, outras vidas, com a Terra e com o Todo maior do qual somos parte”(n.16 f). O Papa Francisco igualmente parece ter realizado as condições para a paz que irradia e que continuamente prega.

A suprema expressão da paz, feita de convivência fraterna e acolhida calorosa de todas as pessoas e coisas é simbolizada pelo conhecido relato da perfeita alegria. Através de um artifício da imaginação, Francisco apresenta todo tipo de injúrias e violências contra dois confrades (um deles é ele próprio, Francisco). Encharcados de chuva e de lama, chegam, exaustos, ao convento. Ai são rechaçados a bastonadas (“batidos com um pau de nó em nó”) pelo frade porteiro. Embora tenham sido reconhecidos como confrades, são vilipendiados moralmente e rejeitados como gente de má fama.

No relato da perfeita alegria, que encontra paralelos na tradição budista, Francico vai, passo a passo, desmontando os mecanismos que geram a cultura da violência. A verdadeira alegria não está na autoestima, nem na necessidade de reconheicmento, nem em fazer milagres e falar em linguas. Em seu lugar, coloca os fundamentos da cultura da paz: o amor, a capacidade de suportar as contradições, o perdão e a reconciliação para além de qualquer pressuposição ou exigência prévia. Vivida esta atitude, irrompe a paz que é uma paz interior inalterável, capaz de conviver jovialmente com as mais duras oposições, paz como fruto de um completo despojamento. Não são essas as primícias de um Reino de justiça, de paz e de amor que tanto desejamos?

Esta visão da paz de São Francisco representa um outro modo de ser-no-mundo, uma alternativa ao modo de ser da modernidade e das pós-modernidade, assentado sobre a posse e o uso desrespeitoso das coisas para o desfrute humano sem qualquer outra consideração.

Embora tenha vivido há mais de oitocentes anos, novo é ele e não nós. Nós somos velhos e envelhecidos pois  com a nossa voracidade estamos destruindo as bases que sustentam a vida em nosso planeta e pondo em risco o nosso futuro como espécie. A descoberta da irmandade cósmica nos ajudará a sair da crise e nos devolverá a inocência perdida que é a claridade infantil da idade adulta.

Leonardo Boff é autor de A oração de São Francisco:uma mensagem de paz para o mundo atual, Vozes 2012.

Perderse para encontrarse: el monje, el gato y la luna

12/04/2014

El hombre moderno ha perdido el sentido de la contemplación, de maravillarse delante de las aguas cristalinas de un riachuelo, de llenarse de sorpresa ante un cielo estrellado y de extasiarse delante de los ojos brillantes de un niño que lo mira interrogante. No sabe lo que es el frescor de una tarde de otoño y es incapaz de quedarse solo, sin móvil, sin internet, sin televisión, sin aparato de sonido. Tiene miedo de oír la voz que le viene de adentro, aquella que nunca miente, que nos aconseja, nos aplaude, nos juzga y siempre nos acompaña. Esta pequeña historia de mi hermano Waldemar Boff, que intenta personalmente vivir al modo de los monjes del desierto, nos trae de vuelta a nuestra dimensión perdida. Lo que es profundamente verdadero sólo se deja decir bien, como atestiguan los antiguos sabios, por pequeñas historias y raramente por conceptos. A veces cuando imaginamos que nos perdemos, es cuando nos encontramos. Es lo que esta historia nos quiere comunicar: un desafío para todos.

«Erase una vez un ermitaño que vivía bastante más allá de las montañas de Iguazaim, al sur del desierto de Acaman. Hacía sus buenos 30 años que se había recogido allí. Unas cabras le daban la leche diaria y un palmo de tierra de aquel valle fértil le daba el pan. Junto a la cabaña crecían unas ramas de vid. Durante todo el año, bajo la techumbre de palma, las abejas venían a hacer sus colmenas.

“Hace 30 años que vivo por aquí…”, suspiró el monje Porfirio. “Hace sus buenos 30 años…”. Y, sentado sobre una piedra, la mirada perdida en las aguas del regato que saltaban entre los guijarros, se detuvo en este pensamiento durante largas horas. “Hace 30 buenos años y no me he encontrado. Me perdí para todo y para todos, en la esperanza de encontrarme. ¡Pero me he perdido irremediablemente!”

A la mañana siguiente, antes que naciera el sol, después del rezo de los peregrinos, con un parco talego a la espalda y sandalias medio rotas en los pies se puso en camino hacia las montañas de Iguazaim. Siempre subía a las montañas cuando bajo fuerzas extrañas su mundo interior amenazaba derrumbarse. Iba a visitar a Abba Tebaíno, eremita más provecto y más sabio, padre de toda una generación de hombres del desierto. Vivía debajo de un gran peñasco desde donde se podían ver allá abajo los trigales de la aldea de Icanaum.

“Abba, me perdí para encontrarme. Me he perdido, sin embargo, irremediablemente. No sé quién soy, ni para qué o para quien soy. He perdido lo mejor de mí mismo, mi propio yo. He buscado la paz y la contemplación, pero lucho con una falange de fantasmas. He hecho todo para merecer la paz. Mira mi cuerpo, retorcido como una raíz, marcado por tantos ayunos, cilicios y vigilias… Y aquí estoy, roto y debilitado, vencido por el cansancio de la búsqueda”.

Y noche adentro, bajo una luna enorme iluminando el perfil de las montañas, Abba Tebaíno, sentado a la puerta de la gruta, se quedó escuchando con ternura infinita las confidencias del hermano Porfirio.

Después, en uno de esos intervalos donde las palabras se apagan y solo queda la presencia, un gatito que vivía desde hacía muchos años con Abba, vino arrastrándose despacito hasta sus pies descalzos. Maulló, le lamió la punta recta del sayal, se acomodó y se puso, con grandes ojos de niño, a contemplar la luna que, como alma de justo, subía silenciosa a los cielos.
Y, pasado mucho tiempo, Abba Tebaíno empezó a decir con gran dulzura:

“Porfirio, mi querido hijo, tienes que ser como el gato; él no busca nada para sí mismo, pero espera todo de mí. Cada mañana espera a mi lado un pedazo de corteza y un poco de leche de este cuenco secular. Después, viene y pasa el día juntito a mí, lamiéndome los pies machucados. Nada quiere, nada busca, espera todo. Es disponibilidad. Es entrega. Vive por vivir, pura y simplemente. Vive para el otro. Es don, es gracia, es gratuidad. Aquí, echado junto a mí, contempla inocente e ingenuo, arcaico como el ser, el milagro de la luna que sube, enorme y bendecida. No se busca a sí mismo, ni siquiera la vanidad íntima de la autopurificación o la complacencia de la autorrealización. Se perdió irremediablemente para mí y para la luna… Es la condición para ser lo que es y para encontrarse”.

Y un silencio profundo descendió sobre la boca del peñasco.

A la mañana siguiente, antes de que naciera el sol, los dos eremitas cantaron los salmos de maitines. Sus loas resonaron por las montañas e hicieron estremecer las fimbrias del universo. Después, se dieron el ósculo de despedida. El hermano Porfiro, de parco talego al hombro y sandalias medio rotas en los pies, regresó a su valle, al sur del desierto de Acaman. Entendió que para encontrarse debía perderse en la más pura y sencilla gratuidad.
Y cuentan los moradores de la aldea vecina, que muchos años después, en una profunda noche de luna llena, vieron en el cielo un gran resplandor. Era el monje Porfiro que subía, junto con la luna, a la inmensidad infinita de aquel cielo delirantemente sembrado de estrellas. Ahora ya no necesitaba perderse porque se había definitivamente encontrado para siempre».

Waldemar Boff (uno de mis 10 hermanos) estudió en Estados Unidos, es educador popular y campesino. Traducción de José Maria Gavito Milano.

 

Perder-se para encontrar-se: o monge, o gato e a lua

10/04/2014

O homem moderno perdeu o sentido da contemplação, de maravilhar-se diante das águas cristalinas do riacho, de encher-se de espanto face a um céu estrelado e de extasiar-se diante dos olhos brilhantes de uma criança que o olha interrogativa. Não sabe o que é o frescor de uma tarde de outono e é incapaz de ficar sozinho, sem celular, internet, televisão e aparelho de som. Ele tem medo de ouvir a voz que lhe vem de dentro, aquela que nunca mente, que nos aconselha, nos aplaude, nos julga e sempre nos acompanha. Essa pequena estória de meu irmão Waldemar Boff, que tenta pessoalmente viver no modo dos monges do deserto, nos traz de volta a nossa dimensão perdida. O que é profundamente verdadeiro só se deixa dizer bem, como atestam os sabios antigos, por pequenas estórias e raramente por conceitos. Às vezes quando imaginamos que nos perdemos, é então que nos encontramos. É o que esta estória nos quer comunicar: um desafio para todos.

“Era uma vez um eremita que vivia muito além das montanhas de Iguazaim, bem ao sul do deserto de Acaman. Fazia bem 30 anos que para lá se recolhera. Algumas cabras lhe davam o leite diário e um palmo de terra daquele vale fértil lhe dava o pão. Junto à cabana esgueiravam-se algumas ramas de videira. Durante o ano todo, sob as folhas de palmeira de cobertura, abelhas vinham fazer suas colméias.

“Há 30 bons anos que por aqui vivo! …”, suspirou o monge Porfiro. “Há 30 bons anos! …”. E, sentado sobre uma pedra, o olhar perdido nas águas do regato que saltitavam entre os seixos, deteve-se neste pensamento por longas horas. “Há 30 bons anos e não me encontrei. Perdi-me para tudo e para todos, na esperança de me encontrar. Mas perdi-me irremediavelmente !”

Na manhã seguinte, antes de o sol nascer, de parco farnel aos ombros e semi-rotas sandálias aos pés, pôs-se a caminho das montanhas de Igazaim, após a reza pelos peregrinos. Ele sempre subia as montanhas, quando, sob forças estranhas, seu mundo interior ameaçava desabar. Ia visitar Abba Tebaíno, eremita mais provecto e mais sábio, pai de uma geração toda de homens do deserto. Vivia ele sob um grande penhasco, de onde se podia ver lá embaixo os trigais da aldeia de Icanaum.

“Abba, perdi-me para encontrar-me. Perdi-me, porém, irremediavelmente. Não sei quem sou, nem para que ou para quem sou. Perdi o melhor de mim mesmo, o meu próprio eu. Busquei a paz e a contemplação, mas luto com uma falange de fantasmas. Fiz tudo para merecer a paz. Olha meu corpo, retorcido com uma raiz, retalhado de tantos jejuns, cilícios e vigílias! … E aqui estou, roto e combalido, vencido pelo cansaço da procura.”

E dentro da noite, sob uma lua enorme, iluminando o perfil das montanhas, Abba Tebaíno, sentado à porta da gruta, ficou a escutar com ternura infinita as confidências do irmão Porfiro.

Depois, num destes intervalos onde as palavras somem e só fica a presença, um gatinho que já vivia há muitos anos com o Abba, veio se arrastando de mansinho até a seus pés descalços. Miou, lambeu-lhe a ponta reta do burel, acomodou-se e pôs-se, com grandes olhos de criança, a contemplar a lua que, como alma de justo, subia silenciosa aos céus.

E, depois de muito tempo, começou o Abba Tebaíno a falar com grande doçura:

“Porfiro, meu filho querido, deves ser como o gato; ele nada busca para si mesmo, mas espera tudo de mim. Toda a manhã aguarda ao meu lado um pedaço de côdea e um pouco de leite desta tigela secular. Depois, vem e passa o dia juntinho a mim, lambendo-me os pés machucados. Nada quer, nada busca, tudo espera. É disponibilidade. É entrega. Vive por viver, pura e simplesmente. Vive para o outro. É dom, é graça, é gratuidade. Aqui, junto a mim deitado, contempla inocente e ingênuo, arcaico como o ser, o milagre da lua que sobe, enorme e abençoada. Não se busca a si próprio, nem mesmo na vaidade íntima da auto-purificação ou na complacência da auto-realização. Ele se perdeu irremediavelmente, para mim e para a lua…É a condição de ele ser o que é e de encontrar-se.

E um silêncio profundo desceu sobre a boca do penhasco.

Na manhã seguinte, antes de o sol nascer, os dois eremitas cantaram os salmos das Matinas. Seus louvores ecoaram pelas montanhas e fizeram estremecer as fímbrias do universo. Depois, deram-se o ósculo da partida. O irmão Porfiro, de parco farnel à costas e semi-rotas sandálias aos pés, retornou ao seu vale, ao sul do deserto de Acaman. Entendeu que para encontrar-se devia perder-se na mais pura e singela gratuidade.

Contam os moradores da aldeia próxima que, muitos anos depois, numa profunda e quieta noite de lua cheia, eles viram no céu um grande clarão. Era o monge Porfiro que subia, junto com a lua, à imensidão infinita daquele céu delirantemente faiscado de estrelas. Agora não precisava mais perder-se porque se havia definitivamente encontrado”.

Waldemar Boff (um dos meus 10 irmãos) estudou nos USA, é educador popular e camponês.

Brasile1964: l’uso dei militari da parte dei settori conservatori e reazionari.

07/04/2014

Sono passati 50 anni dal golpe. La Commissione Nazionale della Verità ha messo in luce la violenza che ha comportato. Nessun cittadino onesto può rimanere indifferente . È necessario segnalare chiaramente che l’assalto al potere è stato un crimine contro la Costituzione e una usurpazione della sovranità popolare, fonte di diritto in uno Stato democratico. Il primo atto istituzionale del 9 aprile 1964 si sbarazzava di questo principio della sovranità popolare quando dichiarava che “la rivoluzione vittoriosa come Potere costituente si legittima da se stessa”. Nessun potere si legittima da se stesso; soltanto lo fanno i dittatori che mettono sotto i piedi qualsiasi diritto. Il golpe militare si configura come occupazione violenta di tutti gli apparati dello Stato per montare, a partire di questi, un ordine retto da atti istituzionali, attraverso la repressione e lo Stato di terrore.

Era sufficiente che qualcuno venisse sospettato di essere sovversivo per essere trattato come tale. Anche detenuti nelle prigioni e sequestrati per errore come innocenti contadini, venivano subito seviziati e torturati. Molti non hanno resistito e la loro morte equivale a un assassinio. Non dobbiamo trascurare i più dimenticati tra i dimenticati che furono 246 contadini morti o spariti dal ‘64 al ’79. Adesso si sta scoprendo la eliminazione di molti indigeni, ritenuti ostacolo alla crescita economica. Su qualcuno di loro furono lanciate perfino bombe al Napalm.

Quello che i militari hanno commesso è stato un crimine di lesa-patria. Riferiscono come scusa che si trattava di uno stato di guerra, una parte voleva imporre il comunismo e l’altra difendeva l’ordine democratico. Questa affermazione non sta in piedi. Il comunismo non ha mai rappresentato tra noi una minaccia reale perché qualsiasi manifestazione in questo senso è stata sempre brutalmente repressa, non senza l’appoggio della C.I.A. e degli Stati Uniti. Nella isteria del tempo di guerra fredda, tutti coloro che volevano riforme nella prospettiva di coloro che erano storicamente condannati e offesi – le grandi maggioranze operaie e contadine – erano subito etichettati come comunisti e marxisti, anche se erano vescovi come l’insospettabile dom Helder Câmara.

Contro di loro si riteneva necessaria non soltanto la vigilanza ma per molti la persecuzione, la prigione, l’interrogatorio umiliante, il pau-de-arara feroce, gli affogamenti disperanti. I cosiddetti «suicidi» camuffavano soltanto un puro e semplice assassinio. E in nome della lotta al pericolo comunista, si adottò la pratica comunista-stalinista della brutalizzazione dei detenuti. In alcuni casi è stato ammesso il metodo nazista di bruciare i cadaveri come ha ammesso un agente del Dops di San Paolo, Cláudio Guerra.

È spaventoso e costituisce perfino un problema filosofico la mancanza di rimorsi che il colonnello in congedo Paolo Magalhães recentemente ha manifestato alla Commissione Nazionale della Verità, di avere lavorato nella Casa della Morte di Petrópolis e di avere torturato, assassinato, mutilato cadaveri e aver occultato il corpo del deputato Rubens Paiva. Rudolf Höss, comandante del campo di sterminio nazista ad Auschwitz che secondo i suoi stessi calcoli nella sua autobiografia mandò alle camere a gas circa di 1 milione di ebrei, anche lui non mostrava nessun pentimento. Si divertiva sparando a caso sui prigionieri e piangeva come un bambino se arrivando in casa veniva a sapere che il suo uccellino preferito era morto. Mistero di iniquità.

Lo Stato dittatoriale militare, per quante opere possa avere realizzato (“il miracolo economico” riguardò soltanto un 10% della popolazione dei più ricchi nel quadro di una spaventosa situazione salariale”), fece regredire politicamente e culturalmente il Brasile. Cacciò via o obbligò all’esilio le nostre più brillanti intelligenze e i nostri artisti più creativi. Affogò leadership politiche e dette la stura al proliferare dei succubi che, opportunisti e sprovvisti di etica e brasilidade, si vendettero al potere dittatoriale in cambio di favori che vanno dalle stazioni radio a canali di televisione. E molti di loro sono ancora lì politicamente attivi e occupano alte cariche di amministrazione dello Stato democratico.

Coloro che hanno fatto il colpo di Stato devono essere responsabilizzati moralmente e per questo crimine collettivo contro il popolo brasiliano, come vari giuristi stanno chiedendo. I militari credono di essere stati loro i principali protagonisti di questa impresa niente affatto gloriosa. Nella loro povertà di analisi, a malapena sospettano che furono, di fatto, usati da forze molto maggiori delle loro. L’ha detto recentemente Tarso Genro, governatore del Rio Grande do Sul, in una intervista al Boletim Carta Maior (30 marzo 2014: “I militari non si sono appropriati del potere per loro stessi. È stato un progetto politico dei settori più conservatori e reazionari (borghesia nazionale e latifondiaria) che hanno avuto nelle forze armate un appoggio e un protagonismo molto grande”.

René Armand Dreifuss ha scritto nel 1980 la sua tesi di dottorato per l’Università di Glasgow dal titolo 1964: La conquista dello Stato, azione politica, potere e colpo di classe (Vozes, 1981). Si tratta di un libro di 814 pagine delle quali 326 sono copie di documenti originali. Da questi documenti rimane dimostrato: quello che è accaduto in Brasile non è stato un golpe militare, ma un golpe di classe con l’uso di forza militare.

A partire dagli anni 60 del secolo passato, si è formato il complesso IPES/IBAD/GLC. Spiego: l’Istituto di Ricerche e Studi Sociali (IPES) e l’Istituto Brasiliano di Azione Democratica e Rilevamento della Congiuntura. Componevano una rete nazionale che disseminava idee golpiste, composta da grandi impresari multinazionali, nazionali, alcuni generali, banchieri, organi di stampa, la maggioranza elencati nel libro di Dreifuss. Ciò che li unificava – dice l’autore -unificava dice l’autore “erano le loro relazioni economiche multinazionali e associate, oppure la loro posizione e il loro schieramento anticomunista e la loro ambizione di aggiornare e riformulare lo Stato” (p. 163) perché fosse funzionale ai loro interessi corporativi. Ispiratore di questo gruppo è stato il machiavellico generale Golbery di Couto e Silva, che già nel 1962 estivo preparava un lavoro strategico sull’assalto al potere (p.186).

La cospirazione dunque stava in marcia da molto tempo. Approfittando della confusione politica creata intorno dalla rinuncia del presidente Jânio Quadros e dall’ostinata opposizione al presidente João Goulart, che proponeva riforme di base e principalmente la riforma agraria, e perciò ritenuto come portatore di un progetto comunista, questo gruppo colse l’occasione appropriata per realizzare il loro progetto. Chiamò i militari perché facessero il golpe e dessero l’assalto allo Stato. Fu pertanto un golpe della classe dominante, nazionale multinazionale che usava e si serviva del potere militare.

Conclude Dreifuss: “Quello che è avvenuto il 31 marzo del 1964 non è stato un mero golpe militare; è stato un movimento civile-militare, il complesso IPES/IBAD e ufficiali della ESG (scuola superiore di guerra) organizzarono la presa del potere dall’apparato dello Stato” (p.397).

In particolare afferma: “La le storie del blocco di potere multinazionale e associati cominciato con il 1 aprile del 64 quando i nuovi interessi realmente erano diventati interessi dello Stato, riaggiornando il regime e riformulando gli obiettivi” (p. 489). Tutto l’apparato di controllo e repressione era azionato in nome della Sicurezza Nazionale, che in verità, significava Sicurezza del Capitale.

I militari intelligenti nazionalisti di oggi dovrebbero rendersi conto che come furono perfidamente usati da quelle élites oligarchiche antipopolari che non cercavano di realizzare gli interessi generali del Brasile ma invece alimentare la loro ansia privata di accumulazione vorace sotto la protezione del regime autoritario dei militari.

La Commissione Nazionale della Verità presterebbe un servizio chiarificatore per il paese se portasse la luce tutta questa trama. Essa semplicemente compirebbe la sua missione di essere commissione di verità completa. Non solo verità di fatti individualizzati di violenza contro i diritti umani, ma della verità di fatto maggiore, della dominazione di una classe potente, (anti)nazionale, associata alla multinazionale, perché sotto l’egida del potere discrezionale dei militari, potesse tranquillamente realizzare i suoi obiettivi corporativi escludenti. Questo ci è costato 21 anni di umiliazione di privazione della libertà e ha perpetrato assassinii e scomparsa di persone e imposto una pesante sofferenza collettiva

Infine sarà bene ascoltare le parole di dell’avvocata Rosa Cardoso, avvocato difensore della prigioniera politica Dilma Roussel e oggi integrante della Commissione Nazionale della Verità in un’intervista al Boletim Carta Maior 20 febbraio 2014: “In primo luogo voglio dire che fino ad oggi le Forze Armate devono chiedere perdono alla società brasiliana con il quale starebbero assumendo una posizione civile e democratica, che, in fin dei conti, è quello che ci si aspetta dai militari del secolo 21º. Purtroppo fino a oggi non riceviamo nessun segnale nessun messaggio che ci indichi che ci sia qualche desiderio da parte dei militari, di chiedere scusa e di fare un’autocritica politica sopra il loro comportamento”. Questo è il debito che hanno con tutto il popolo brasiliano e un giorno dovranno saldarlo.

Come oggi, il 1 aprile del 2014, 50 anni fa, il golpe civil-militare e giorno di pianto per le vittime della repressione ma anche un giorno di sollevare la testa, perché la truculenza non può soffocare i sentimenti di dignità né abbattere gl’ideali democratici che hanno trionfato e vanno affermandosi sempre di più nella nostra coscienza nazionale.

Dedico questo articolo al mio collega di seminario Arno Preis pieno di fame di giustizia, morto per i militari a Paraiso do Norte-GO, il 15 febbraio 1972.

 

Traduzione di Romano e Lidia Baraglia

 

Nuestro lugar en el conjunto de los seres

07/04/2014

La ética de la sociedad dominante en el mundo es utilitarista y antropocéntrica. Es decir: considera ilusoriamente que los seres de la naturaleza solamente tienen razón de existir en la medida en que sirven al ser humano y que este puede disponer de ellos a su gusto. Él se presenta como rey y reina de la creación.

La tradición judeocristiana reforzó esta idea con su “someted la Tierra y dominad sobre todo lo que vive y se mueve sobre ella” (Gn 1,28).

Mal sabemos que, nosotros los humanos, fuimos uno de los últimos seres a entrar en el teatro de la creación. Cuando el 99,98% de todo estaba ya hecho, surgimos nosotros. El universo, la Tierra y los ecosistemas no necesitaron de nosotros para organizarse y ordenar su majestuosa complejidad y belleza.

Cada ser tiene un valor intrínseco, independiente del uso que hacemos de él. Representa una manifestación de aquella Energía de fondo, como dicen los cosmólogos, o de aquel Abismo generador de todos los seres. Tiene algo que revelar que solo él, hasta el menos adaptado, lo puede hacer y que enseguida, por la selección natural, desaparecerá para siempre. Pero a nosotros nos cabe escuchar y celebrar el mensaje que tiene para revelarnos.

Lo más grave, sin embargo, es la idea que toda la modernidad y gran parte de la comunidad científica actual proyecta del planeta Tierra y de la naturaleza. Las consideran simple “res extensa”, una cosa que puede ser medida, manipulada, según el rudo lenguaje de Francis Bacon, «torturada como lo hace el inquisidor con su víctima, hasta arrancarle todos los secretos». El método científico predominante mantiene, en gran parte, esa lógica agresiva y perversa.

René Descartes en su Discurso del Método dice algo de un clamoroso reduccionismo en la comprensión: «no entiendo por “naturaleza” ninguna diosa ni ningún otro tipo de poder imaginario; antes me sirvo de esa palabra para significar la materia». Considera el planeta como algo muerto, sin propósito, como si el ser humano no fuese parte de esa naturaleza”.

El hecho es que nosotros entramos en el proceso evolutivo cuando éste alcanzó un altísimo nivel de complejidad. Entonces irrumpió la vida humana consciente y libre como un subcapítulo de la vida. Por nosotros el universo llegó a la conciencia de sí mismo. Y eso ocurrió en una minúscula parte del universo que es la Tierra. Por eso nosotros somos aquella porción de la Tierra que siente, ama, piensa, cuida y venera. Somos Tierra que anda, como dice el cantautor indígena argentino Atahualpa Yupanqui.

Nuestra misión específica, nuestro lugar en el conjunto de los seres, es el de ser aquellos que pueden apreciar la grandeur del universo, escuchar los mensajes que enuncia cada ser y celebrar la diversidad de los seres y de la vida.

Y por ser portadores de sensibilidad y de inteligencia tenemos una misión ética: cuidar de la creación y ser sus guardianes para que continúe con vitalidad e integridad y con condiciones para seguir evolucionando como lo viene haciendo desde hace 4,4 mil millones de años. Gracias a Dios que el autor bíblico, como corrigiendo el texto que citamos antes, dice en el segundo capítulo del Génesis: “El Señor tomó al ser humano y lo puso en el jardín del Edén (Tierra originaria) para que lo cultivara y lo guardara” (2,15).

Lamentablemente estamos cumpliendo mal esta misión nuestra, pues al decir del biólogo E. Wilson «la humanidad es la primera especie de la historia de la vida en volverse una fuerza geofísica; el ser humano, ese ser bípedo, tan cabeza-de-viento, ha alterado ya la atmósfera y el clima del planeta, desviándolos mucho de las normas usuales; ha esparcido ya miles de sustancias químicas tóxicas por el mundo entero y estamos cerca de agotar el agua potable” (A Criação: como salvar a vida na Terra, 2008, 38). Pesaroso ante un cuadro como este y bajo la amenaza de un apocalipsis nuclear, el gran filósofo italiano del derecho y de la democracia, Norberto Bobbio, se preguntaba: «¿La humanidad merece ser salvada?» (Il Foglion. 409, 2014, 3).

Si no queremos ser expulsados de la Tierra por la propia Tierra, como los enemigos de la vida, cumple cambiar nuestro comportamiento hacia la naturaleza, pero principalmente acoger a la Tierra como aceptó la ONU en abril de 2009, como Madre Tierra, cuidarla como tal, y reconocer y respetar la historia de cada ser, vivo o inerte. Existieron antes de nosotros y durante millones y millones de años sin nosotros. Por esta razón deben ser respetados como lo hacemos con las personas de más edad, a las que tratamos con respeto y amor. Más que nosotros, ellos tienen derecho al presente y al futuro junto con nosotros. En caso contrario no hay tecnología ni promesas de progreso ilimitado que puedan salvarnos.

Traduccion de María Gavito Milano

 

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