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Krisenzeiten – Achtsamkeitzeiten

22/05/2012

In den kulturellen Überlegungen unserer Zeit ist der Begriff Pflege/Sorge/Achtsamkei1 ein immer wiederkehrendes Thema. Zuerst kam er durch die Medizin und Krankenpflege auf, denn er steht für die natürliche Ethik dieses Tätigkeitsbereichs. Dann wurde er von der Erziehung aufgegriffen und durch feministische Philosophinnen und Theologinnen, vor allem aus Nordamerika, zum Paradigma erhoben. Sie sahen in ihm ein essentielles Element der  „Anima“-Dimension jedes Mannes und jeder Frau. Dies hat, vor allem in den Vereinigten Staaten, eine heftige und noch immer andauernde Debatte ausgelöst zwischen der patriarchalischen Ethik, die auf Gerechtigkeit gründet, und der matriarchalischen Ethik, die ihren Ausdruck in so etwas Essentiellem wie der Achtsamkeit findet.

In der Debatte über Ökologie hat die sorgfältige Achtsamkeit ein besonderes Gewicht erlangt, und in der Erd-Charta nimmt sie einen zentralen Platz ein. Im neuen Diskurs ist die Sorge für die Umwelt, für die knappen Ressourcen, für die Natur und für die Erde zu einem Muss geworden. Schließlich wurde Sorge als essentiell für das Verständnis des menschlichen Seins gesehen, wie Martin Heidegger in „Sein und Zeit“ schrieb und so mit der Tradition aufräumte, die auf die Griechen, Römer und die frühen christlichen Denken wie dem Hl. Paulus und dem Hl. Augustinus zurückgeht.

Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass die Kategorie der Sorge gerade in Krisen-zeiten an Wichtigkeit gewinnt. Sie bewahrt die Krisen davor, sich in verhängnisvolle Tragödien zu verwandeln.

Der Erste Weltkrieg (1914-1918), der zwischen christlichen Staaten ausgetragen wurde, zerstörte den illusorischen Glamour des Viktorianischen Zeitalters und erzeugte eine tiefe metaphysische Hilflosigkeit. Es war in jener Zeit, dass Martin Heidegger (1889-1976) sein geniales Werk „Sein und Zeit“ (1927) schrieb, dessen zentralen Kapitel (§ 39-44) der Sorge als der Ontologie des menschlichen Seins gewidmet sind.

Während des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) erlangte der Kinderarzt und Psychologe D. W. Winnicott (1896-1971) an Berühmtheit. Von der britischen Regierung war er beauftragt, für Waisenkinder zu sorgen, die den Schrecken der Bombenangriffe der Nazis auf London zum Opfer gefallen waren.  Er entwickelte eine komplette Theorie und Praxisanweisung zu den Konzepten der Achtsamkeit (care), der Sorge für den Mitmenschen (concern) und der Gesamtheit der Pflege- und Hilfeleistungen, die für Kinder oder andere verletzliche Personen aufgebracht werden müssen (holding), und die ihre Anwendung auch in den Wachstums- und Erziehungsprozessen finden.

Im Jahr 1972 läutete der Club of Rome die Alarmglocke für die ökologische Situation der Erde.  Der Club of Rome hat den Hauptverursacher ausgedeutet: unser Entwicklungsmodell, vom Konsumdenken geprägt, räuberisch, nachlässig und frei von jeglicher Sorge, sei es um die knappen Ressourcen oder über unseren Umgang mit dem Müll, der großenteils schädlich und von der Natur nicht abbaubar ist. Mehrere, von der UNO in den 1980er Jahren organisierte Zusammenkünfte gipfelten in der Anregung zu nachhaltiger Entwicklung als Ausdruck menschlicher Sorge für die Umwelt, doch dies war hauptsächlich ökonomisch motiviert.

Im Jahr 1991 entwickelten das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), der WWF (World Wildlife Fund) und die internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN) eine sorgfältige Strategie für die Erhaltung des Planeten unter dem Motto: Sorge um die Erde. In diesem Dokument heißt es:

Die Ethik der Sorge greift sowohl auf internationalem Niveau wie auch auf nationalem und individuellem Niveau; keine Nation kann sich selbst versorgen, alle werden aus der weltweiten Nachhaltigkeit Nutzen ziehen, und alle werden bedroht sein, wenn es uns nicht gelingt, diese zu erreichen.

 

Diesen Gedanken umsetzend wurde nach acht Jahren Arbeit auf weltweitem Niveau im März 2009 die Erd-Charta in Paris fertiggestellt. Die Kategorie der Pflege/Sorge und die auf Nachhaltigkeit beruhende Lebensweise stellen zwei Hauptachsen im neuen ökologischen, ethischen und spirituellen Diskurs dar, der von diesem Dokument vorgestellt wird. Im Jahr 2003 übernahm die UNESCO offiziell die Erd-Charta und präsentierte sie als grundlegendes pädagogisches Instrument für die Gestaltung unserer gemeinsame Zukunft.

 

Im Jahr 2003 entwickelten die Umweltminister und -Sekretäre der lateinamerikanischen und karibischen Länder das beachtliche Dokument „Manifest für Leben, für eine Ethik der Nachhaltigkeit“, das die Kategorie Pflege/Sorge in der Vorstellung einer wirksamen nachhaltigen und konsequent humanen Entwicklung beinhaltet.

 

Pflege ist vor allem an den beiden Extrempunkten des Lebens anzutreffen: bei der Geburt und im Sterben. Das Kind kann nicht ohne Pflege überleben. Der Sterbende braucht Pflege, um dieses Leben in Würde zu verlassen.

 

Wenn irgendeine Gruppe eine Krise verursacht, die Spannungen und Spaltungen mit sich bringt, dann ist die Weisheit der Pflege/Sorge der beste Weg, um die verschiedenen Parteien anzuhören, zum Dialog aufzufordern und nach Einigung zu suchen. Pflege/Sorge ist gefragt, wenn eine Gesundheitskrise entsteht, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich macht. Dann ist die Pflege durch Ärzte und Krankenschwestern und -pfleger, die über die am besten geeignete Behandlung entscheiden, auf den Plan gerufen.

 

Achstsamkeit ist in praktisch allen Bereichen des Lebens absolut notwendig, von der Pflege für den Körper, die Nahrung, das intellektuelle und spirituelle Leben und die Lebensführung im allgemeinen bis hin zum Überqueren einer stark befahrenen Straße. Wie der römische Poet Horaz beobachtete, ist Pflege „wie ein Schatten, der immer mit uns ist und uns niemals verlässt, denn unsere Existenz begann durch Pflege“.

Angesichts der allgemeinen Krise, sei sie sozialer oder ökologischer Art, kommt der Achtsamkeit eine essentielle Rolle zu, um die Ganzheit von Mutter Erde zu bewahren und um das Fortleben unserer Spezies und unserer Zivilisation zu gewährleisten.

1Der im Originaltext verwandte Begriff „cuidado“ lässt sich im Deutschen nicht einheitlich mit einem einzigen Begriff wiedergeben, sondern ist je nach Zusammenhang mit „Sorge“ “Achstsamkeit” oder „Pflege“ zu übersetzen. Wo es sich um die Gesamtheit dieser Aspekte handelte, habe ich den Doppel-Begriff (Pflege/Sorge) gewählt. (Anm. der Übersetzerin Bettina Gold-Hartnack)

Leonardo Boff ist Verfasser von Die Logik des Herzens.Wege zu neuer Achtsamkeit. Patmos 1999.

Nachhaltigkeit und Bildung

21/05/2012


Nachhaltigkeit, eines der Hauptthemen der UN Konferenz über nachhaltige Entwicklung, Rio +20, (Rio de Janeiro, 20.-22.06.2012) entsteht nicht automatisch. Nachhaltigkeit ist das Ergebnis eines Bildungsprozesses, durch den die Menschen die Gesamtheit der Beziehungen neu definieren, die sie mit dem Universum, der Erde, der Natur, der Gesellschaft und miteinander unterhalten, unter Berücksichtigung des Kriteriums des ökologischen Gleichgewichts, des Respekts und der Liebe zur Erde und zur Lebensgemeinschaft, der Solidarität mit den kommenden Generationen und der Erschaffung einer anhaltenden sozio-ökologischen Demokratie.

Ich bin davon überzeugt, dass nur ein umfassender Bildungsprozess einen neuen Geist und ein neues Herz, wie es die Erdcharta verlangt, hervorbringen kann, mit der Fähigkeit, die paradigmatische Revolution durchzuführen, die von der globalen Bedrohung, unter der wir leben, gefordert wird. Wie Paulo Freire oftmals sagte: „Bildung verändert nicht die Welt; Bildung verändert die Menschen, die die Welt verändern werden.“ Es ist höchste Zeit, dass wir uns ändern. Wir haben keine Alternative: Entweder wir ändern uns, oder wir werden die Dunkelheit kennenlernen.

Ich werde hier nicht die zahlreichen Aspekte der Bildung aufführen, die so treffend von der UNESCO im Jahr 1966 dargestellt wurden: Lernen zu wissen, zu tun, zu sein und zusammen zu leben. Hinzufügen würde ich hier noch: Lernen, für Mutter Erde und für alle Wesen Sorge zu tragen. Doch selbst diese Art der Bildung ist noch unzulänglich. Die veränderte Weltsituation verlangt, dass alles „ökologisiert“ wird, d. h. dass jede und jeder seinen Beitrag zum Schutz der Erde leistet, damit das Leben der Menschheit und unser Planet gerettet werden. Folglich muss das ökologische Moment alle Formen des Wissens durchdringen.

Am 20. Dezember 2002 verabschiedete die UN eine Resolution, welche die Jahre 2005 bis 2014 als Dekade der „Bildung für zur nachhaltige Entwicklung“ ausrief. Dieses Dokument definiert 15 strategische Perspektiven in Richtung einer Bildung für Nachhaltigkeit. Einige davon werden wir hier aufführen:

Soziokulturelle Perspektiven betreffen Menschenrechte, Frieden und Sicherheit, Gleichberechtigung der Geschlechter, kulturelle Verschiedenheit und interkulturelles Verständnis, Gesundheit, AIDS, eine globale Regierung.

Umweltperspektiven betreffen natürliche Ressourcen (Wasser, Energie, Landwirtschaft und Artenvielfalt), Klimawandel, ländliche Entwicklung, nachhaltige Urbanisierung, Vorbeugung und Milderung von Katastrophen.

Wirtschaftsperspektiven, die zum Ziel haben, Armut und Elend zu verringern, Verantwortlichkeit und Rechenschaftsberichte der Unternehmen. Daraus wird ersichtlich, dass das ökologische Moment alle Disziplinen durchdringen muss, ansonsten kann allgemeine Nachhaltigkeit nicht erreicht werden.

Hat das ökologische Paradigma erst einmal Einzug gehalten, werden wir uns alle dessen bewusst, dass wir alle von der Umwelt abhängig sind. Wir gehören mit allen anderen Lebewesen, die die Biosphäre mit uns teilen, zu einer Interessengemeinschaft. Das grundlegende gemeinsame Interesse besteht in der Aufrechterhaltung der notwendigen Bedingungen für das Fortbestehen des Lebens und unserer, als Gaia verstandenen, Erde. Dies ist das höchste Ziel der Nachhaltigkeit. Von nun an muss Bildung unverzüglich die vier großen Tendenzen der Ökologie beinhalten: die der Umwelt, die soziale, die integrale und die geistige oder tiefe (diejenige, die mit unserem Platz in der Natur zu tun hat).

Diese Perspektive wird unter Erziehern immer mehr gefordert: zu lehren, wie man gut lebt, d. h. die Kunst, in Harmonie mit der Natur zu leben und der Vorsatz, die Ressourcen der Kultur und der nachhaltigen Entwicklung gerecht mit anderen Menschen zu teilen. Es muss uns klar sein, dass es sich nicht nur darum handelt, Korrekturen an dem System vorzunehmen, das die aktuelle ökologische Krise verursachte, sondern zu erziehen im Hinblick auf eine Transformation. Das impliziert die Überwindung des immer noch vorherrschenden reduktionistischen und mechanistischen Weltbilds und die Erschaffung einer Kultur der Vielschichtigkeit, die uns ermöglicht, die Wechselbeziehungen der lebendigen Welt und der Umwelt-Abhängigkeit der Menschen zu sehen. Eine solche Überprüfung verlangt, dass die Fragen zur Umwelt in einer globalen und integrierten Weise behandelt werden müssen.

Diese Art von Bildung erzeugt die ethische Dimension der Verantwortlichkeit und der Fürsorge für die Erde und für die gemeinsame Zukunft der Menschheit. Sie leitet den Menschen zu einem fürsorglichen Umgang mit unserem Gemeinsamen Hause an und macht ihn zum Beschützer aller Lebewesen. Wir wollen eine Demokratie ohne Ende (Boaventura de Souza Santos), die sich die sozio-ökologischen Charakteristiken zu eigen macht, denn nur auf diese Weise wird sie für die ökozoische Epoche geeignet sein und den Ansprüchen des neuen Paradigmas gerecht werden. Die Menschen, die Erde und die Natur gehören zueinander. Aus diesem Grund ist es möglich, einen Weg friedlicher Koexistenz zu ebnen. Dies ist die Herausforderung an die Bildung in unserer Zeit.

Leonardo Boff ist Verfasser von Die Erde ist uns anvertraut: eine ökologische Spiritualität, Butzon&Bercker 2010.

 

 

Times of crisis – Times of caring

20/05/2012

The topic of caring is a recurrent theme in the cultural reflections of our times. First it was brought up by medicine and nursing, because it represents the natural ethic of these activities. Then, it was assumed by education, and turned into a paradigm by feminist philosophers and theologians, primarily by Northamerican women, who saw in it an essential element of the anima dimension, present in all men and women. It has caused and continues to cause an on-going and tenacious debate, especially in the United States, between the basic patriarchal ethic, centered on the theme of justice, and the basic matriarchal ethic, as articulated through the essential caring.

It acquired special force in the debate over ecology, and is a central part of the Earthcharter. Caring for the environment, for the scarce resources, for nature and the Earth have become imperatives of the new discourse. Finally, caring has been seen as essential to understanding the human being, as Martin Heidegger wrote in Being and Time, taking up a tradition that dates back to the Greeks, Romans and early Christian thinkers, such as Saint Paul and Saint Augustine.

Moreover, it has been shown that the category of caring gains strength whenever there are crises. Caring keeps crises from being transformed into fatal tragedies.

The First world War (1914-1918), fought between Christian countries, destroyed the illusory glamour of the Victorian age, and produced a profound sense of metaphysical helplessness. That was when Martin Heidegger (1889-1976) wrote his genial Being and Time (1929), whose central paragraphs (§ 39-44) are devoted to caring as the ontology of the human being.

During the Second World War, (1939-1945), the pediatrician and psychologist D. W. Winnicott (1896-1971) was notable. He was charged by the British government with caring for orphan children, victims of the horrors of the Nazi bombardment of London. He developed an entire reflection and praxis around the concepts of caring (care), of concern for the other (concern), and all the caring and support that must be offered to children or other vulnerable persons (holding), and are also applicable to the processes of growth and education.

In 1972 the Club of Rome sounded the alarm about the sorry ecological state of the Earth. The Club of Rome identified the principal cause: our development model, consumerist, predatory, forgetful and with no form of caring, either for the scarce resources or the way we treat waste, much of which is harmful and not assimilated by nature. After several gatherings organized by the UN in the 1980s, it culminated in a proposal of sustainable development as an expression of human caring towards the environment, but it was still mainly focused on the economic aspect.

In 1991, the United Nations Program for the Environment, (PNUMA), The World Fund for Nature, and the International Union for the Conservation of Nature, developed a thorough strategy for the future of the planet, under the motto, Caring for the Earth, 1991. That document states:

The ethic of caring applies both on the international and national level, and the individual level as well; no nation is self sufficient, all will benefit with world sustainability and all will be threatened if we not achieve it.

Following this line of thought, after eight years of work at the world level, in March, 2000 the Earthcharter was completed in Paris. The category of caring and the sustainable mode of living constitute the two principal articulating axes of the new ecological, ethical and spiritual discourse proposed by this document. In 2003, UNESCO officially assumed the Earthcharter and offered it as a substantial pedagogical instrument to build humanity’s collective responsibility for our common future.

In 2003, the ministers and secretaries of the environment of the Latin American and Caribbean countries developed the notable document, Manifesto for life, for an ethic of sustainability which included the category of caring in the idea of an effectively sustainable and radically human development.

Caring is especially present in the two extremes of life: at birth and at death. The child cannot exist without caring. The moribund needs care to leave this life with dignity.

When a group creates a crisis that generates tensions and divisions, the wisdom of caring is the best path for listening to the parties, for encouraging dialogue and seeking agreement. Caring prevails when a health crisis occurs that requires hospitalization. Then, the caring by physicians, male and female nurses who decide on the best treatment is called into action.

Caring is absolutely necessary in practically all spheres of existence, from caring for the body, for nourishment, intellectual and spiritual life, and the over-all handling of life, up to crossing a busy street. As the Roman poet Horacio observed, caring is «like a shadow that always is with us and never abandons us because our existence started with caring».

Today, given the general crisis, be it social or environmental, caring becomes essential for preserving the integrity of Mother Earth and safeguarding the continuity of our species and our civilization.

O assalto oficial sobre Terras Indígenas:W.Novaes

19/05/2012

Novamente venho publicar esta denúncia de WASHINGTON NOVAES, nosso grande jornalista em assuntos ecológicos, sobre a forma cobiçosa com que o Estado brasileiro se relaciona com as terras indígenas. Elas deixam de ser reservas quando se trata de mineração, hidrelétricas, estradas e outros projetos do interesse do Estado. Por outro lado, este mesmo Estado proclama se comprometer oficialmente diante do mundo com a  preservação das dlorestas e da biodiversiade. Hoje é ciência sabida que para conservar as florestas devemos preservar e apoiar os Povos da Floresta. Eles sabem cuidar dela e manejá-la. Tornar impossível a vida dos Povos da Floresta é entregar esta floresta à cobiça deslavada  dos desmatadores que visam apenas o lucro e não a preservação da incalculável riqueza em termos de bens e serviços que a floresta oferece para o equilíbrio de todo o planeta já ferido e em estado de caos destrutivo e nada regenerativo. Este artigo sob o titutlo As terras indígenas são de niguém”? foi publicado no Estao de São Paulo no dia 18 de maio de 2012. Agradecemos a este jornalista-pesquisador pela gentileza de permitir sua publicaçã no nosso blog. LBoff.

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Às vésperas da conferência Rio+20, o Brasil continua a dar sinais contraditórios quanto à sua disposição de pôr em prática princípios como o da economia verde e o da governança sustentável. Ao mesmo tempo, por exemplo, em que o governo federal manifesta seu empenho em valorar recursos naturais, conservar a biodiversidade (da qual temos pelo menos 15% do total mundial), despreza relatórios do Programa das Nações Unidas para o Meio Ambiente, do Banco Mundial e outros, segundo os quais a preservação de áreas indígenas se tem mostrado o caminho mais eficaz para a manutenção desses recursos naturais – mais eficiente até que áreas governamentais de preservação permanente, parques, etc.

Um dos exemplos desse descaso está em medida, assinada pela presidente da República, que veio exigir consulta ao Ministério de Minas e Energia (MME) antes de qualquer decisão da Fundação Nacional do Índio (Funai) sobre demarcação de áreas indígenas – não é difícil adivinhar o que dirá o MME sobre a possível existência de jazidas minerais nesses territórios e a inconveniência de fechar as áreas. E o Executivo ainda é reforçado pelo Congresso Nacional, que está votando a Proposta de Emenda Constitucional n.º 215, que também exige a aprovação do próprio Legislativo federal para a demarcação de áreas.

Ao mesmo tempo, é apresentada como um avanço, um benefício importante para comunidades indígenas, a decisão do Ministério da Saúde de lançar um cartão de identificação que “facilitará o acesso e o atendimento médico-hospitalar”, uma espécie de “SUS Indígena” – como se não fosse exatamente o contato com a cultura branca que leva para essas comunidades doenças que nelas não existiam antes e às quais são vulneráveis, exatamente pela falta de defesas imunológicas, dado o seu isolamento.

O autor destas linhas pôde comprovar esse fato há mais de 30 anos, em 1979, quando testemunhou, no Parque Indígena do Xingu, o trabalho de uma equipe da então Escola Paulista de Medicina – hoje Universidade Federal de São Paulo (Unifesp) -, liderada pelo professor Roberto Baruzzi, que ali vinha acompanhando e registrando a cada visita, em fichas individuais, a situação de saúde de cada índio das etnias do Alto Xingu. E a comprovação era impressionante: não havia, no Alto Xingu, um só caso de pessoa portadora de doenças cardiovasculares – exatamente porque não estavam ali presentes os fatores de risco nessa área, adquiridos na relação com brancos: alimentação inadequada, uso de sal com base em cloreto de sódio, presença de gorduras, obesidade, fumo, álcool, sedentarismo, etc. Em seguida foi documentada para o programa Globo Repórter, para compará-la com a do Xingu, a situação dos índios caingangues, no interior de São Paulo, já aculturados e trabalhando como boias-frias (ou mendigos, alcoólatras): cerca de 80% deles já tinham em algum grau doenças cardiovasculares.

Cinco anos mais tarde, quando preparava a série de TV Xingu – A Terra Mágica, um testemunho ainda mais contundente: havia sido transferida para o Parque do Xingu toda a aldeia de índios então chamados de kreen-akarore (ou índios gigantes) que habitavam a região do Rio Peixoto de Azevedo e de lá eram removidos para abrir caminho à rodovia Cuiabá-Santarém. Desconhecedores das doenças de brancos e para elas sem defesas, os crenacarores foram dizimados na transferência: morreram todos os velhos, muitos adultos e crianças e ainda os pajés (estes só podiam cuidar de “doença de índio”, “de espírito”, não de branco). Lá estavam eles, em 1984, numa triste aldeia à beira do Médio Xingu, em situação lamentável, assoberbados por doenças, crianças cegas, etc. (hoje, os panarás, como são chamados, vivem numa reserva no Pará, que ganharam na Justiça; e se recuperam).

Nada disso é visto e considerado na visão dominante que se tem, no Brasil, de índios. E que, como dizia o antropólogo Pierre Clastres, só vê o índio pelo que ele não tem – não usa roupa, não dirige automóvel, não dispõe de outras tecnologias da nossa cultura -, e não pelo que tem de admirável enquanto vive na força de sua cultura: não delega poder a ninguém (chefe não dá ordem); cada indivíduo é autossuficiente, não depende de ninguém; e a informação é aberta, ninguém dela se apropria para transformá-la em poder político ou econômico.

Hoje estão todos às voltas com esbulhos ou ameaças. Como os pataxós hã-hã-hães, que acabam de recuperar no Supremo Tribunal Federal 54 mil hectares de suas terras demarcadas invadidas – e ainda ouvindo que são “vagabundos”. Ou sendo assassinados, como 250 guaranis-caiovás (Mato Grosso do Sul) e mais 300 habitantes do Vale do Jamari, no Amazonas (O Globo, 6/4), a ponto de o Conselho Indigenista Missionário denunciar à ONU – e o bispo Erwin Klauter dizer (Estado, 20/4) que “Lula e Dilma destruíram a Amazônia e seu povo”. Porque, a seu ver, “existe no Brasil uma cultura anti-indígena”.

“As terras indígenas são tratadas como terras de ninguém, primeira opção para mineração, hidrelétricas, reforma agrária e projetos de desenvolvimento em geral”, escreveu já em 1987 a antropóloga Manuela Carneiro da Cunha no livro Os Direitos do Índio – Ensaios e Documentos, lembrando que “está na hora de se abandonar o jargão anacrônico que fala na ‘incorporação dos silvícolas’, para substituí-lo pela ‘defesa das sociedades indígenas e dos índios’”. E que “hoje, no direito internacional, não se pretende mais a ‘assimilação’ dos aborígines, e sim o respeito à diversidade cultural e aos direitos à terra das populações indígenas”.

Não bastasse, o Supremo Tribunal Federal, ao julgar há poucos anos o direito do povo ianomâmi a suas terras, acolheu o brilhante parecer do jurista José Afonso da Silva, que mostrou a acolhida a esse direito consagrada desde as Ordenações Manuelinas até os dias de hoje, passando por várias constituições. Não é o caso, agora, de revogá-las por medidas presidenciais ou tentativas questionáveis no Legislativo.

* JORNALISTA E-MAIL: WLRNOVAES@UOL.COM.BR

Não há Sustentabilidade sem o Cuidado

18/05/2012

 

Hoje as discussões em torno do desenvolvimento sustentável, um dos temas centrais da Rio+20, sequestraram a categoria de sustentabilidade. Ela não se reduz ao desenvolvimento realmente existente que possui uma lógica contrária à sustentabilidade. Enquanto aquele se rege pela linearidade, pelo crescimento ilimitado que implica exploração da natureza e criação de profundas desigualdades, a sustentabilidade é circular, envolve a todos os seres com relações de interdependência e de inclusão de sorte que todos podem e devem conviver e coevoluir.

Sustentável é uma realidade que consegue se manter, se reproduzir, conservar-se à altura dos desafios do ambiente e estar sempre bem. E isso resulta do conjunto das relações de interdependência que entretém com todos os demais seres  e com seus respectivos habitats. A sustentabilidade funda um paradigma que deve se realizar em todos os âmbitos do real.

Para que a sustentabilidade realmente ocorra, especialmente quando entra o fator humano, capaz de intervir nos processos naturais, não basta o  funcionamento mecânico dos processos de interdependência e inclusão. Faz-se mister uma outra realidade a se compor com a sustentabilidade:  o cuidado. Ele também funda um novo paradigma.

Antes de mais nada, o cuidado constiui uma constante cosmológica. Se as energiais originárias e os elementos primeiros não fossem regidos por um sutilíssimo cuidado para que tudo mantivesse a sua devida proporção, o universo não teria surgido e nós não estaríamos aqui escrevendo sobre o cuidado. Nós mesmos, somos filhos e filhas do cuidado. Se nossas mães não nos tivessem acolhido com infinito cuidado, não teríamos como descer do berço e ir buscar o nosso alimento. O cuidado é aquela condição prévia que permite um ser vir à existência. É o orientador antecipado de nossas ações para que sejam construitivas e não destrutivas.

Em tudo o que fazemos, entra o cuidado. Cuidamos do que amamos. Amamos do que cuidamos. Hoje pelos conhecimentos que possuimos acerca dos riscos que pesam sobre a Terra e a vida, se não cuidarmos, surge a ameaça de nosso desaparecimento como espécie, enquanto a Terra, empobrecido, seguirá, pelos séculos afora, seu curso pelo cosmos. Até, quem sabe, que surja um outro ser dotado de alta complexidade e cuidado, capaz de suportar o espírito e a consciência.

Resumimos os vários significados de cuidado construídos a partir de muitas fontes que não cabe aqui referir mas que vem da mais alta antiguiadade, dos gregos, dos romanos, passando por Santo Agostinho e culminando em Martin Heidegger que vêem no cuidado a essência mesma do ser humano, no mundo, junto com  os outros e voltado ao futuro. Identificamos quatro grandes sentidos, todos mutuamente implicados.

Primeiro: Cuidado é uma atitude de relação amorosa, suave, amigável, harmoniosa e protetora para com a realidade, pessoal, social e ambiental.

Metaforicamente podemos dizer que o cuidado é a mão aberta que se estende para a carícia essencial, para o aperto das mãos, com os dedos que se entrelaçam com outros dedos para formar uma aliança de cooperação e a união de forças. Ele se opõe à mão fechada e ao punho cerrado para submeter e dominar o outro.

Segundo: Cuidado é todo tipo de preocupação, inquietação, desassossego, incômodo, estresse, temor e até medo face a pessoas e a realidades com as quais estamos afetivamente envolvidos e por isso nos são preciosas.

Esse tipo de cuidado, acompanha-nos em cada momento e em cada fase de nossa vida. É o envolvimento com pessoas que nos são queridas ou com situações que nos são caras. Elas nos trazem cuidados e nos fazem viver o cuidado existencial.

Terceiro: Cuidado é a vivência da relação entre a necessidade de sercuidado e a vontade e a predisposição de cuidar, criando um conjunto de apoios e  proteções (holding) que torna posível esta relação indissociável, em nivel pessoal, social e com todos os seres viventes.

O cuidado-amoroso, o cuidado-preocupação e o cuidado-proteção-apoio são existenciais, vale dizer, dados objetivos da estrutura de nosso ser no tempo, no espaço e na história, como no-lo tem mostrado Winnicott. São prévios a qualquer outro ato e subjazem a tudo o que empreendermos.   Por isso pertence à essência do humano.

Quarto: Cuidado-precaução e cuidado-prevenção constituem aquelas atitudes e comportamentos que devem ser evitados por causa das consequências danosas previsíveis (prevenção) e aquelas imprevisíveis pelo insegurança dos dados científicos e pela imprevisibilidade dos efeitos prejudicais ao sistema-vida e  a sistema-Terra(precaução).

O cuidado-prevenção e precaução nascem de nossa missão de cuidadores de todo o ser. Somos seres éticos e responsáveis, quer dizer, nos damos conta das consequências benéficas ou maléficas de nossos atos, atitudes e comportamentos.

Como se deduz, o cuidado está ligado a questões vitais que podem significar a destruição de nosso futuro ou a manutenção de nossa vida sobre esse pequeno e belo planeta. Só vivendo radicalmente o cuidado garantiremos a sustentabilidade necessária  à nossa Casa Comum e à nossa vida.

Leonardo Boff é autor de O cuidado necessário a sair em julho de 2012 pela Editora Vozes.

Tempi de crise – Tempi de cura

18/05/2012

Negli ultimi tempi, il tema “cura” ricorre sempre più spesso nella riflessione culturale. Inizialmente è stato veicolato dalla medicina e dalle scienze infermieristiche, dato che rappresenta l’etica naturale di queste attività. In seguito è stato assunto dall’educazione e dall’etica e è diventato paradigma per filosofe e teologhe femministe specialmente nordamericane. Vedono in questa un dato essenziale delle dimensioni dell’ “anima”, presente nell’uomo e nella donna. Ha prodotto e continua a produrre una serrata discussione, specialmente negli Stati Uniti, tra etica a base patriarcale centrata nel tema della giustizia e etica di base matriarcale basata sulla cura essenziale. Si è rinforzata in modo particolare nella discussione ecologica, sino a rappresentare un elemento centrale della Carta della Terra. Aver cura dell’ambiente, delle scarse risorse, della natura e della Terra sono diventati gli imperativi del nuovo discorso.

Infine, si è visto la cura come definizione essenziale dell’essere umano così come è abbordato da Martin Heidegger in Essere e Tempo, che accoglie una tradizione risalente ai greci, ai romani e ai primi pensatori cristiani come San Paolo e Sant’Agostino. D’altra parte si constata che la categoria “cura” viene guadagnando forza tutte le volte che emergono situazioni critiche. È questo che impedisce che le crisi si trasformino in tragedie fatali. La prima grande guerra (1914-1918), scatenata tra paesi cristiani, aveva distrutto il richiamo illusorio dell’era vittoriana e prodotto un profondo sconcerto metafisico. Fu quando Martin Heidegger (1889-1976) scrisse il suo geniale Essere e Tempo (1929), i cui paragrafi centrali (39-44) sono dedicati alla cura come ontologia dell’essere umano.

Durante la seconda Guerra Mondiale (1989-1945), spuntò la figura del pediatra e psicologo D.W. Winnicot (1896-1971), incaricato dal governo inglese di seguire bambini orfani o vittime degli orrori dei bombardamenti nazisti su Londra. Sviluppò tutta una riflessione e una pratica intorno ai concetti di aver cura (care), di preoccupazione per l’altro (concern) e di un insieme di sostegni a bambini o a persone vulnerabili (holding), applicabili pure ai processi di crescita e di educazione.

Nel 1972,il Club di Roma lanciò l’allarme ecologico sullo stato di salute cagionevole della Terra. E identificò la causa principale: il nostro tenore di sviluppo, consumista, predatorio, scialacquatore e totalmente senza attenzioni per le risorse scarse della natura e gli scarti che produce. Dopo vari incontri organizzati dall’Onu a partire dagli anni 70 del secolo passato, si è arrivati alla proposta di uno sviluppo sostenibile, come espressione della cura umana per l’ambiente, ma centrato specialmente sull’aspetto economico.

Il programma delle Nazioni Unite per l’ambiente ((PNUMA) il fondo mondiale per la natura (WWF) e l’unione internazionale per la conservazione della natura (UICN) hanno elaborato nel 1991 una Strategia minuziosa per il futuro del pianeta sotto il segno di “curare il pianeta Terra” (Caring for the Earth). Lì si dice: la cura della Terra si applica tanto a livello internazionale come a livelli nazionali e individuali; nessuna nazione è autosufficiente; tutti hanno da guadagnare con la sostenibilità mondiale e tutti saranno minacciati se non riusciremo a raggiungerla.

Nel marzo del 2000, raccogliendo questa tradizione, termina a Parigi, dopo otto anni di lavoro e a livello mondiale, la redazione della Carta della Terra. La categoria “sostenibilità”, cura o modo sostenibile di vivere, costituiscono i due perni articolatori principali del nuovo discorso ecologico, etico e spirituale. Nel 2003 l’Unesco assunse ufficialmente la Carta della Terra e la presentò come un sostanziale strumento pedagogico per la costruzione del nostro futuro comune. Nel 2003 i ministri o segretari dell’ambiente dei paesi dell’America Latina e dei Caribe elaborano un notevole documento-manifesto per la vita, per una etica della sostenibilità dove la categoria “cura” è incorporata nell’idea di uno sviluppo che sia effettivamente sostenibile e radicalmente umano.

La cura viene richiesta praticamente per tutte le sfere dell’esistenza, dalle cure del corpo, dalla vita intellettuale e spirituale, dalla conduzione generale della vita fino al momento di attraversare una loro una via movimentata, come già osservava il poeta romano Orazio “la cura è quell’ombra che non ci abbandona perché siamo fatte a partire dalla cura”. Oggi data la crisi generalizzata sia sociale sia ambientale, la cura diventa imprescindibile per preservare l’integrità della Madre Terra e salvaguardare la continuità della nostra specie e della nostra civiltà.

Tiempos de crisis – Tiempos de cuidado

18/05/2012

El tema del cuidado es un tema recurrente en la reflexión cultural de los últimos tiempos. Primero fue vehiculado a través de la medicina y la enfermería, pues representa la ética natural de estas actividades. Después fue asumido por la educación y hecho paradigma por filósofas y teólogas feministas, principalmente norteamericanas, que ven en él un elemento esencial de la dimensión ánima, presente en el hombre y en la mujer. Produjo y sigue produciendo una continuada y tenaz discusión, especialmente en Estados Unidos, entre la ética de base patriarcal, centrada en el tema de la justicia, y la ética de base matriarcal, articulada por el cuidado esencial.
Adquirió especial fuerza en la discusión ecológica, siendo una pieza central de la Carta de la Tierra. Cuidar del medio ambiente, de los recursos escasos, de la naturaleza y de la Tierra se han vuelto imperativos del nuevo discurso. Por último, el cuidado se ha visto como esencial para la comprensión del ser humano tal como lo aborda Martin Heidegger en Ser y Tiempo, recogiendo una tradición que se remonta a los griegos, a los romanos y a los primeros pensadores cristianos como san Pablo y san Agustín.
Se constata además que la categoría cuidado gana fuerza siempre que se producen situaciones críticas. El cuidado es quien impide que las crisis se transformen en tragedias fatales.
La Primera Guerra Mundial (1914-1918), desencadenada entre países cristianos, destruyó el ilusorio glamour de la era victoriana y produjo un profundo desamparo metafísico. Fue cuando Martin Heidegger (1889-1976) escribió su genial Ser y Tiempo (1929), cuyos párrafos centrales (§ 39-44) están dedicados al cuidado como ontología del ser humano.
Durante la Segunda Guerra Mundial (1939-1945) despuntó la figura del pediatra y psicólogo D. W. Winnicott (1896-1971), encargado por el gobierno inglés de atender a niños huérfanos, víctimas de los horrores de los bombardeos nazis sobre Londres. Desarrolló toda una reflexión y una práctica en torno a los conceptos de cuidado (care), de preocupación por el otro (concern), así como del conjunto de cuidados y apoyos que hay que proporcionar a los niños o a las personas vulnerables (holding), aplicables también a los procesos de crecimiento y educación.
En 1972 el Club de Roma dio la alarma ecológica sobre el estado enfermo de la Tierra. Identificó la causa principal: nuestro modelo de desarrollo, consumista, predatorio, perdulario y sin ningún cuidado ni hacia los recursos escasos ni con la forma como tratamos los residuos, muchos de ellos dañinos y no asimilables por la naturaleza. Después de varios encuentros organizados por la ONU en los años 80 del siglo pasado, se llegó a la propuesta de un desarrollo sostenible como expresión del cuidado humano hacia medio ambiente, pero enfocado principalmente al aspecto económico.
En 1991, el Programa de las Naciones Unidas para el Medio Ambiente (PNUMA), el Fondo Mundial para la Naturaleza y la Unión Internacional para la Conservación de la Naturaleza elaboraron una estrategia minuciosa para el futuro del planeta bajo el lema Cuidando la Tierra (Caring for the Earth 1991). En ella se dice:
La ética del cuidado se aplica tanto a nivel internacional como a nivel nacional e individual; ninguna nación es autosuficiente, todos nos beneficiaremos con la sostenibilidad mundial y todos estaremos amenazados si no conseguimos alcanzarla .
Recogiendo esta línea de pensamiento, después de un trabajo de ocho años a nivel mundial, en marzo de 2000 termina en París la redacción de la Carta de la Tierra.

La categoría cuidado y el modo sostenible de vivir constituyen los dos principales ejes articuladores del nuevo discurso ecológico, ético y espiritual propuesto por este documento. En 2003 la UNESCO asume oficialmente la Carta de la Tierra y la presenta como un instrumento pedagógico sustancial para la construcción de la responsabilidad colectiva de la humanidad por nuestro futuro común.
En 2003 los ministros y secretarios de medio ambiente de los países de América Latina y del Caribe elaboraron un notable documento “Manifiesto por la vida, por una ética de la sostenibilidad” donde se incluye la categoría cuidado en la idea de un desarrollo que sea efectivamente sostenible y radicalmente humano.
El cuidado está especialmente presente en los dos extremos de la vida: en el nacimiento y en la muerte. El niño sin cuidado no puede existir. El moribundo necesita cuidado para salir decentemente de esta vida.
Cuando en algún grupo despunta una crisis generando tensiones y divisiones, la sabiduría del cuidado es el camino más adecuado para oír a las partes, favorecer el diálogo y buscar convergencias. El cuidado se impone cuando aparece una crisis de salud que exige hospitalización. Entonces, se pone en acción el cuidado por parte de los médicos, los enfermeros y enfermeras, que deciden el tratamiento mejor.
El cuidado es absolutamente necesario en prácticamente todas las esferas de la existencia, desde el cuidado del cuerpo, de los alimentos, de la vida intelectual y espiritual, de la conducción general de la vida, hasta para atravesar una calle con mucho movimiento. Como ya observaba el poeta romano Horacio, el cuidado es «como una sombra que siempre nos acompaña y nunca nos abandona porque hemos sido hechos a partir del cuidado».
Hoy, dada la crisis generalizada, ya sea social o ambiental, el cuidado se hace imprescindible para preservar la integridad de la Madre Tierra y salvaguardar la continuidad de nuestra especie y de nuestra civilización.

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