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Vom Materialismus des Weihnachtsmannes und der Spiritualität des Christkindes

25/12/2013

 

Eines schönen Tages wollte der Sohn Gottes wissen, wie es den Kindern geht, die er, als er noch unter diesen weilte, „berührte und segnete“ und über die er sagte: „Lasset die Kinder zu mir kommen, denn ihnen gehört das Himmelreich“ (Lk 18,15-16).

 

Wie in den antiken Mythen, stieg er an einem himmlischen Strahl herab und kam einige Wochen vor Weihnachten auf der Erde an. Er verkörperte sich in einem Straßenkehrer, der die Straßen reinigte. Auf diese Weise konnte er am besten die Leute beobachten, die an ihm vorübergingen, die erleuchteten Geschäfte mit den vielen als Geschenk eingepackten Dingen und vor allem seine kleinen Brüder und Schwestern, die dort hungrig und kaum bekleidet entlangliefen und um Almosen bettelten. Ganz besonders traurig machte ihn zu bemerken, dass fast niemand sich um seine Worte kümmerte: „Wer eines dieser Kinder in meinem Namen aufnimmt, nimmt mich auf“ (Mk 9,37).

 

Es fiel ihm auch auf, dass niemand vom Christkind sprach, dass heimlich am Heiligen Abend allen Kindern die Geschenke bringt. Dessen Platz war eingenommen vom einem gutmütigen alten Mann, der in rot gekleidet war, einen langen Bart trug und einen Sack auf dem Rücken. Etwas dümmlich rief er immer wieder: „Ho ho ho, der Weihnachtsmann ist da!“ Tatsächlich war er es, der auf den Straßen und in den Läden die Kinder umarmte und für sie aus seinem Sack Geschenke holte, die die Eltern gekauft und dort hinein gesteckt hatten. Man sagte, er käme von weit her, aus Finnland, mit einem Rentier-Schlitten. Die Menschen hatten den anderen alten Mann schon vergessen, der wirklich gut war: der Hl. Nikolaus. Er stammte aus einer reichen Familie und brachte den Kindern armer Familien Geschenke zu Weihnachten und sagte, das Christkind hätte diese Geschenke geschickt. Doch davon sprach niemand mehr. Die Rede war immer nur vom Weihnachtsmann, der vor gut 100 Jahren erfunden worden war.

 

Genauso traurig wie die verlassenen Kinder auf der Straße machte ihn, zu sehen, wie die Kinder sich täuschen ließen von den Lichtern und wie sie sich von den glänzenden Geschenken verführen ließen, den Spielsachen und den tausend anderen Dingen, die die Eltern ihnen üblicherweise zum Heiligen Abend schenkten.

 

Die Werbung ist unüberhörbar, die die Menschen täuscht, indem sie in den Kleinen Bedürfnisse erweckt, die damit sogleich zu ihren Eltern laufen und diese bitten, ihnen das Gesehene zu kaufen. Dem als Straßenkehrer verkleidete Christkind fiel auf, dass das, was die Engel in der Nacht auf den Feldern Bethlehems sangen: „Ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren … Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“ (Lk 2,10-14) keine Bedeutung mehr hatte. Die Liebe war durch Dinge ersetzt worden, und die Freude darüber, dass Gott in einem Kind zu den Menschen kam, wurde durch die Konsumfreude verdrängt.

 

Traurig stieg er über einen anderen Himmelsstrahl wieder hinauf. Doch bevor er zum Himmel zurückkehrte, hinterließ er den Kindern einen Brief. Diesen fanden sie unter den Türen ihrer Häuser und vor allem in den Hütten der armen Viertel, die man Favelas nennt. Im Brief stand Folgendes:

 

 

 

Meine lieben kleinen Brüder und Schwestern,

 

 

 

Wenn ihr beim Betrachten der Krippe das Jesuskind mit Josef und Maria seht und euch das mit Freude erfüllt, weil Gott ein Kind geworden ist, ein Kind wie jedes andere, wie eines von euch, und weil er ein Bruder-Gott ist, der immer mit uns ist…

 

Wenn es euch gelingt, in den anderen Kindern, vor allem in den armen, die verborgene Gegenwart des Christkindes zu sehen, der in diesen geboren wurde…

 

Wenn ihr in der Lage seid, dieses verborgene Kind in euren Eltern und den anderen älteren Personen, die ihr kennt, wiedergeboren werden zu lassen, damit in ihnen die Liebe, Zärtlichkeit, Achtsamkeit und Freundschaft erwacht anstelle der vielen Geschenke…

 

Wenn ihr euch beim Betrachten der Krippe und des ärmlich bekleideten, fast nackten, Jesuskindes an die vielen schlecht bekleideten Kinder erinnert und euch diese unmenschliche Situation das Herz schwer werden lässt und ihr gern teilen möchtet, was ihr besitzt, und ihr schon jetzt diese Situation ändern wollt, wenn ihr einmal größer seid, damit es niemals Kinder geben muss, die vor Hunger und Kälte weinen…

 

Wenn ihr angesichts der Weisen aus dem Morgenland, die dem Jesuskind Geschenke bringen, an die Könige denkt, an die Staatsoberhäupter und andere wichtige Personen, die aus allen Teilen der Erde kommen, um die Größe, die sich in diesem kleinen Kind, das da auf dem Stroh weint, verbirgt, zu bestaunen…

 

Wenn ihr, wie Ochs und Esel, die Schafe, Ziegen, Hunde, Kamele und Elefanten die Geburt seht und denkt, dass das auch das ganze Universum durch das göttliche Kind erleuchtet ist und dass alle, die Sterne, die Sonnen, die Galaxien, die Steine, die Bäume, die Fische, die Tiere und wir, die Menschen, das Große Haus Gottes bilden…

 

Wenn ihr eure Ohren gut spitzt und durch die inneren Sinne eine liebliche und himmlische Musik wie die der Engel auf den Feldern Bethlehems vernehmt, die den Frieden auf Erden verkündeten…

 

dann wisst, dass ich, das Christkind, von neuem geboren werde und Weihnachten erneuere. Ich werde immer bei euch sein, mit euch gehen, mit euch weinen und mich mit euch freuen bis zu dem Tag, an dem die ganze Menschheit und das Universum am Hause Gottes ankommen, der Vater und Mutter grenzenloser Güte ist, um für immer gemeinsam als eine große, vereinte Familie zusammen zu sein.

 

 

 

                                                                                 Gezeichnet: das Christkind

 

                                                               Bethlehem, 25. Dezember im Jahr 1

 

 

 

 


 

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