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Unsere falschen Vorstellungen können uns zerstören

14/06/2014

Es lässt sich nicht leugnen, dass sich die Grundlagen, auf denen unsere Weise beruht, auf der Erde zu leben und mit ihr und den Gütern der Natur umzugehen, in einer Krise befinden. Aus unserem Sichtwinkel sind diese völlig falsch, gefährlich und bedrohen das Lebenssystem und das der Erde. Wir müssen etwas unternehmen.

Zwei Gründerväter unserer heutigen Weltsicht, René Descartes (1596-1650) und Francis Bacon (1561-1626), haben diese hauptsächlich formuliert. Für sie war Materie etwas völlig Passives und Unbewegliches. Geist konnte es ausschließlich im Menschen geben. Menschen konnten fühlen und denken, während Tiere und andere Wesen sich wie Maschinen verhielten und frei von Subjektivität oder Zweck waren.

Logischerweise führte diese Sichtweise die Menschen dazu, die Erde, die Natur und andere Lebewesen wie Dinge zu behandeln und für die Zwecke des Menschen zu nutzen. Dieses Verständnis bedeutet einen Rückfall hinter die wilde Zeit der Industrialisierung, die noch immer fortbesteht, selbst innerhalb der sogenannten fortschrittlichen Universitäten, die noch im alten Paradigma gefangen sind.

Dinge sind jedoch nicht so. Alles änderte sich, als Albert Einstein bewies, dass Materie aus einem sehr dichten Feld von Interaktionen besteht, und dass darüber hinaus Materie in Wirklichkeit nicht so existiert, wie der Begriff üblicherweise verstanden wird: Materie ist hoch verdichtete Energie. Wie ich 1967 von Werner Heisenberg, dem Mitbegründer der Quanten- und Kernphysik, im letzten Semester, das er an der Universität von München hielt, hörte, würde ein Kubikzentimeter Materie, in reine Energie verwandelt, ausreichen, um unser ganzen Sonnensystem aus dem Lot zu bringen.

Im Jahr 1924 entdeckte Edwin Hubble (1889-1953) mit seinem Teleskop auf dem Mount Wilson in Südkalifornien, dass nicht nur die Milchstraße, unsere Galaxie, existiert, sondern dass es Hunderte davon gibt (inzwischen wissen wir, dass es 100 Milliarden Galaxien gibt). Hubble bemerkte, dass sich kurioserweise die Galaxien ausdehnen und in unvorstellbaren Geschwindigkeiten voneinander entfernen. Diese Entdeckung führte Wissenschaftler zu der Annahme, dass das beobachtbare Universum viel kleiner gewesen sein muss, ein winziger Punkt, der sich dann ausdehnte und explodierte und so das sich ausdehnende Universum hervorbrachte. Ein sehr kleines Echo dieser Explosion kann immer noch wahrgenommen werden, das uns ermöglicht, dieses Ereignis auf einen Zeitpunkt von vor ungefähr 13,7 Milliarden Jahren zu datieren.

Einen der wichtigsten Beiträge zur Entkräftung der alten Sichtweise über Erde und Natur haben wir Ilya Prigogine (1917-2003) zu verdanken, dem russisch-belgischen Nobelpreisträger für Chemie. Er kam von der Vorstellung ab, Materie sei unbeweglich und passiv, und bewies durch Experimente, dass sich chemische Elemente unter gewissen Bedingungen in komplexe Modelle anordnen können, die der Koordinierung von Milliarden von Molekülen bedarf. Diese Moleküle brauchen weder eine Anleitung, noch beeinflussen Menschen ihre Anordnung. Bei ihrer Aktion folgen sie nicht einmal genetischen Codes. Der Dynamismus ihrer Selbst-Organisation liegt in ihnen selbst, ebenso wie der des Universums, und bestimmt alle Interaktionen.

Das Universum beinhaltet eine selbst-erschaffende und selbst-organisierende Dynamik, die Galaxien, Sternen und Planeten ihre Struktur gibt. Hin und wieder tauchen, ausgehend von der Hintergrund-Energie, neue Komplexitäten auf, die beispielsweise der Grund sein können für die Entstehung des Lebens, des Bewusstseins und des menschlichen Lebens.

Diese kosmische Dynamik besitzt ihren eigenen Zeitplan: die Zeit für die Galaxien, für die Sterne, für die Erde, für die verschiedenen Ökosysteme, wie sie sich mit ihren je eigenen Zeitplänen zeigen, für die Blumen, für die Schmetterlinge etc. Vor allem lebendige Organismen besitzen ihre eigene biologische Uhr, eine für die Mikro-Organismen, eine andere für die Wälder und die Urwälder, eine für die Tiere, eine für die Ozeane und eine andere für jeden Menschen.

Was haben wir getan, das diese gegenwärtige Krise auslöste?

Wir führten eine mechanische Zeit ein, die in jeder Uhr dieselbe ist. Mechanische Zeit steuert das Leben und alle Produktionsprozesse, ohne Rücksicht auf andere Zeitabläufe. Sie unterwirft den Zeitplan der Natur der technologischen Zeit. Ein Baum beispielsweise, der 40 Jahre benötigt, um zu wachsen, kann von einer Kettensäge innerhalb von zwei Minuten gefällt werden. Wir haben keinen Respekt vor dem Zeitplan der Dinge. Auf diese Weise lassen wir ihnen nicht die Zeit zu regenerieren, nachdem wir sie zerstört haben: Wie kontaminieren den Wind, vergiften den Boden und stopfen unsere Nahrung mit Chemikalien voll. Die Maschine ist wertvoller geworden als der Mensch.

Indem wir uns, biblisch gesprochen, keinen Sabbat einräumen, durch den die Erde zur Ruhe käme, entkräften wir sie, verstümmeln sie und lassen sie in einem fast todkranken Zustand zurück und zerstören damit die Grundlagen, die wir für unser eigenes Überleben benötigen.

Zurzeit erleben wir, wie die Erde sich ihres kranken Zustandes bewusst wird. Die Erderwärmung zeigt an, dass sie in eine neue Zeitepoche tritt. Wenn wir sie weiterhin misshandeln und ihr nicht helfen, in dieser neuen Zeit ein Gleichgewicht zu finden, können wir die Jahrzehnte zählen, die uns für die komplette Verwüstung noch bleiben. Und all dies aufgrund der unbewussten Irrtümer, die vor Jahrhunderten formuliert wurden und die wir nicht korrigierten, sondern an denen wir störrisch festhielten.

Mit Mark Hathaway schrieb ich das Buch „The Tao of Liberation“ (Das Tao der Befreiung), das in den Vereinigten Staaten mit einer Goldmedaille für Wissenschaft und Kosmologie ausgezeichnet wurde.

übersetzt von Bettina Gold-Harknack

 

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