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Der Westen hat sich für die schlechteste Antwort entschieden: Krieg

21/12/2015

Die Terroranschläge in Paris vom 13. November, verübt durch islamistische Terroristen, waren zweifellos abscheulich und sind voll und ganz zu verurteilen. Solch schändliche Taten fallen jedoch nicht vom Himmel. Sie haben eine Vorgeschichte, gezeichnet von Wut, Demütigung und Rachsucht.

Wissenschaftliche Studien aus den USA haben gezeigt, dass die kontinuierlichen militärischen Interventionen des Westens, seine Geopolitik hinsichtlich des Mittleren Ostens und zur Gewährleistung der Versorgung mit Öl – dem Blut des Weltsystems, das im Mittleren Osten reichlich fließt – des Weiteren verschlimmert durch die bedingungslose Unterstützung des Staates Israel durch die USA mit dessen notorisch brutaler Gewalt gegen das palästinensische Volk, die Hauptgründe für den islamistischen Terrorismus gegen den Westen und gegen die USA darstellen (siehe die ausführliche Literatur von Robert Barrowes: Terrorism: Ultimate Weapon of the Global Elite, in his site: www.WaisaCrirme.org ).

Beginnend mit George W. Bush, energisch übernommen von François Hollande und seinen europäischen Verbündeten einschließlich Russland und den USA, bestand die Antwort des Westens im unerbittlichen Krieg gegen den Terrorismus, sei es innerhalb Europas oder außerhalb gegen den Islamischen Staat in Syrien und im Irak. Doch dies ist der schlechteste Weg, wie Edgar Morin bemerkte, denn Krieg lässt sich weder durch einen anderen Krieg bekämpfen noch durch Fundamentalismus (den kulturellen Fundamentalismus des Westens, der sich für den weltweit besten hält und sich berechtigt fühlt, diesen allen anderen überzustülpen). Krieg als Antwort, und höchstwahrscheinlich ein nicht enden wollender aufgrund der Schwierigkeit im Bekämpfen von Fundamentalismus oder denjenigen, die ihre eigene Körper in hochexplosiven Bomben verwandeln, basiert immer noch auf dem alten Paradigma der Vor-Globalisierungszeit, ein Paradigma, gehegt von Nationalstaaten, ohne sich dessen bewusst zu werden, dass die Geschichte einen anderen Weg eingeschlagen hat und dass die menschliche Spezies und das Leben auf dem Planeten Erde heute ein gemeinsames Schicksal teilen. Der Weg des Krieges hat niemals Frieden gebracht, bestenfalls manche Befriedung, eine makabre Last von Wut und Rachsucht auf der Seite der Besiegten hinter sich lassend, die, was wir uns ehrlicherweise eingestehen müssen, niemals wirklich besiegt sein werden.

Das alte Paradigma antwortete auf Krieg mit Krieg. Das neue Paradigma der globalen Phase der Erde und der Menschheit antwortet mit einem Paradigma von Verständnis, Gastfreundschaft aller für alle, Dialog ohne Schranken, gegenseitigen Austausch ohne Grenzen, Win-Win-Situation und Bündnissen aller. Indem Krieg immer destruktiver wird, könnten wir unserer Spezies ein Ende bereiten oder unser Gemeinsames Haus unbewohnbar machen.

Wer kann garantieren, dass die heutigen Terroristen keine ausgeklügelte Technologie verwenden und beginnen, chemische und biologische Waffen zu verwenden, die beispielsweise in die Wasserversorgung einer Großstadt eingeleitet würden und zu noch nie dagewesenen Menschenverlusten führen könnten? Es ist uns bekannt, dass sie sich bereits darauf vorbereiten, Cyber Angriffe sowie Angriffe auf Computersysteme in Gange zu bringen, welche sich schädlich auf die komplette Energieversorgung einer Großstadt auswirken könnten, u. a. auf Krankenhäuser, Schulen, Flughäfen und öffentliche Einrichtungen. Die Option Krieg könnte zu diesen Extremen führen, die alle im Bereich des Möglichen liegen.

Wir müssen die Warnungen der Weisen ernst nehmen, wie die von Eric Hobswbam, die sich am Ende seines bekannten Buchs, „The era of extremes: the brief XX Century“ (1995, S. 562) befindet: „Die Welt läuft Gefahr von Explosion und Implosion; die Welt muss sich ändern … die Alternative zur Veränderung heißt Dunkelheit“. Oder die Warnung des hervorragenden Historikers Arnold Toynbee, der in seinem autobiografischen Essay „Experiences“ (1969, S. 422) schrieb, welches er verfasste, nachdem er zehn Bänder über die großen historischen Zivilisationen abgeschlossen hatte: „Ich lebte, um zu sehen, dass das Ende der Geschichte der Menschheit zu einer Möglichkeit innerhalb der Geschichte werden könnte, realisierbar nicht als ein Akt Gottes, sondern als ein Akt des Menschen selbst.“

Der Westen entschied sich für einen Krieg bis zum Schluss. Doch der Westen wird niemals wieder Frieden haben, er wird ein Leben in Angst führen und in Geiselhaft potentieller Angriffe sein, die die Rache der Islamisten sind. Wir wollen hoffen, dass die Szene, die Jacques Attali in „Eine kleine Geschichte der Zukunft“ (2008) beschreibt, nicht zur Realität wird: regionale, immer destruktiver werdende Kriege bis hin zur Bedrohung der menschlichen Spezies. Und die Menschheit wird, um überleben zu können, eine globale Regierung mit einer interplanetarischen Demokratie in Betracht ziehen müssen.

Wichtig ist, unserer Meinung nach, die Existenz eines Islamischen Staats als gegeben hinzunehmen und dann eine pluralistische Koalition der Nationen, diplomatische Mittel und Frieden zu schaffen, um die Bedingungen für einen Dialog herzustellen, um das gemeinsame Geschick der Erde und der Menschheit anzugehen.

Ich fürchte, dass die typische Arroganz des Westens mit seiner imperialistischen Vision, sich in allem für den Besten zu halten, diesen friedfertigen Weg nicht gutheißen wird, sondern den Krieg bevorzugt. In diesem Fall wird die prophetische Aussage von Martin Heidegger, die erst nach seinem Tode entdeckt wurde, bedeutungsvoll werden: „Nur ein Gott kann uns retten.“

Wir sollten jedoch nicht naiv auf göttliche Intervention warten, denn für unser Geschick sind wir selbst verantwortlich. Wir werden sein, wofür wir uns entscheiden: entweder eine Spezies, die sich für Selbstzerstörung entschied und über allem an ihrem absurden Willen zur Macht festhielt, oder dass wir, im besseren Fall, die Grundlage für „einen ewigen Frieden“ (Kant) legen, der uns ermöglicht, sowohl verschieden als auch vereint in unserem Gemeinsamen Haus zu leben.

Übersetzt von Bettina Gold-Hartnack

 

 

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