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Gibt es außerirdisches Leben?

31/03/2017

Wissenschaftler der NASA haben einen Stern im Trappist-1 System entdeckt, 39 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er besitzt sieben Gesteinsplaneten, von denen es bei dreien möglich wäre, dass es auch Wasser auf ihnen und folglich Leben gibt. Diese Entdeckung warf wieder die Frage nach der Möglichkeit der Existenz außerirdischen Lebens auf.

Wir wollen über dieses Thema nachdenken und stützen uns dabei auf berühmte Kenner dieses Gebiets.

Durch die Erdwissenschaften und das Wissen, das wir der neuen Kosmologie verdanken, sind wir es gewohnt, all diese Fragen in den Rahmen der großen kosmischen Evolution zu stellen. Alles befindet sich in einem Entstehungsprozess, der die Voraussetzung für das Aufkommen von Leben ist.

Leben wird als die komplexeste und mysteriöseste Realität des Universums erachtet. Fakt ist, dass sich in einem Ozean oder einem urzeitlichen Sumpfland, unter dem Einfluss unvorstellbarer Stürme von Strahlen und kosmischen Elementen der Sonne, interagierend mit der Geochemie der Erde, bis zu einem Zeitpunkt vor ca. 3,8 Milliarden Jahren die extreme Komplexität unbelebter Formen entwickelte. Dann wurde plötzlich eine Grenze überschritten: ca. 20 Aminosäuren und vier Phosphatbasen entstanden. Wie ein großer Blitzschlag auf dem Meer oder Sumpf entstand das erste Lebewesen.

Wie ein Quantensprung in unserer gekrümmten Raumzeit, in einem Winkel unserer durchschnittlichen Galaxie, in einer sekundären Sonne, auf einem unbedeutenden Planeten von durchschnittlicher Größe, der Erde, entstand das große Novum: das Leben. Die Erde ging durch 15 gewaltige Phasen der Vernichtung, doch als wäre es selbst eine Plage, ließ das Leben sich nie erlöschen.

Wir wollen kurz Rückschau auf die innere Logik halten, die es dazu kommen ließ, dass das Leben entstand. Die Materie und Energie des Universums neigen dazu, in dem Maß, wie sie sich weiter ausbreiten, immer komplexer zu werden. Jedes System befindet sich in einer Reihe von Wechselwirkungen, einem Tanz wechselseitigen Austauschs von Materie und Energie in einem ständigen Dialog mit ihrer Umgebung und stetem Speichern von Informationen.

Biologen und Biochemiker wie Ilya Prigogine (Chemienobelpreis 1977) bekräftigen, dass es eine Verbindung zwischen lebenden und unbeweglichen Wesen gibt. Um das Entstehen des Lebens zu erklären, brauchen wir nicht auf transzendente oder externe Prinzipien zurückzugreifen, so wie Religionen und die klassische Kosmologie es oft handhaben. Es reicht, dass das universelle Prinzip, einschließlich das des Lebens (genannt kosmogenetisches Prinzip) der Komplexität, der Selbstorganisation und Selbstschaffung in der embrionalen Form gegenwärtig war, in diesem winzig kleinsten Punkt, der aus der Grundenergie auftauchte und später explodierte. Einer der besten heutigen Physiker, Amit Goswami, hält an der These fest, dass das Universum mathematisch inkonsistent ist, gäbe es kein höheres, ordnendes Prinzip, keinen Gott. Darum besitzt das Universum seiner Meinung nach ein Selbst-Bewusstsein (The self aware universe, 1998).

Die Erde hat keinen alleinigen Anspruch hat das Privileg des Lebens. Laut Christian de Duve (Biologie-Nobelpreis 1974) gibt es „so viele lebende Planeten im Universum wie Planeten in der Lage sind, Leben zu generieren und zu erhalten. Eine konservative Schätzung geht von einer Anzahl in Höhe einer Milliarde aus. Milliarden von Biosphären füllen das Weltall mit Milliarden von Planeten, die Materie und Energie in den schöpferischen Evolutionsprozess leiten. In welche Richtung wir auch blicken, überall im All ist Leben (…). Das Universum ist kein regloser Kosmos der Physik mit einer vorsorglichen Prise Leben. Das Universum ist Leben, das von den dafür notwendigen Strukturen umgeben ist“ (Vital Dust: Life as a Cosmic Imperative, 1996, S. 383).

Der Astronomie ist zu verdanken, dass sie in einem Millimeter-Bündel eine Gruppe von Molekülen identifizierte, in denen sich alles finden lässt, das notwendig ist, um den Prozess der biologischen Synthese zu starten (Longair, M., „The origins of our universe“, Rio de Janeiro, 1994, 65-66). In Meteoriten wurden Aminosäuren gefunden. Diese sind gewiss die Träger der Ur-Bakterie des Lebens. Vermutlich gab es mehrere Lebens-Beginne, von denen viele scheiterten, bis das Leben sich endgültig etablieren konnte.

Man nimmt an, dass die unterschiedlichsten Lebensformen auf nur eine einzige ursprüngliche Bakterie zurückzuführen sind (O. E. Wilson, The diversity of life, 1994). Mit den Säugetieren kam es zu einer neuen Eigenschaft des Lebens: emotionale Vernunft und Achtsamkeit. Unter den Säugetieren stachen vor ca. 70 Millionen Jahren die Primaten heraus; dann, vor ca. 35 Millionen Jahren, waren es die höheren Primaten, unsere genealogischen Großeltern, und vor ca. 17 Millionen Jahren unsere Vorgänger, die Hominiden. Vor 8-10 Millionen Jahren tauchte der Mensch, der Australopithecus, in Afrika auf. Schließlich erschien vor ungefähr 100.000 Jahren der Homo sapiens-sapiens/demens-demens, dessen direkte Nachfahren wir sind (Hubert Reeves u. a. „The most beautiful story in the world“, 1998).

Das Leben ist kein Zufallsprodukt (im Gegensatz zu Jacques Monod in „Zufall und Notwendigkeit“, 1979). Biochemiker und Molekularbiologen haben mithilfe von zufallsgenerierenden Computerprogrammen die mathematische Unmöglichkeit von Zufall gezeigt. Es bräuchte Milliarden von Milliarden von Jahren, damit die Aminosäuren und die zweitausend zugrunde liegenden Enzyme einander nahe genug kommen könnten, um eine lebendige Zellen zu bilden, also viel länger als 13,7 Milliarden Jahre, dem aktuellen Alter unseres Universums.

Der so-genannte Zufall ist ein Ausdruck unserer Unwissenheit. Wir vermuten, dass die voranschreitende Evolution mehr und mehr Leben produzieren wird, auch außerirdisches.

Leonardo Boff  Theologe und Philosoph und von der Erdcharta Kommission

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